Börse US-Arbeitsmarkt stützt den Dax

Nach einem Schwächeanfall am Vormittag kann der Dax bis Xetra-Schluss seine Verluste deutlich reduzieren. Zwar drückten Gewinnmitnahmen die Aktien von Metro, VW und BASF. Überraschend positive US-Jobdaten sorgten jedoch für neue Zuversicht - auch an der Wall Street reagieren Anleger erleichtert.
Börse in Frankfurt: Die Volatilität ist gestiegen - doch nach dem jüngsten Rücksetzer wagten sich erneut Käufer hervor

Börse in Frankfurt: Die Volatilität ist gestiegen - doch nach dem jüngsten Rücksetzer wagten sich erneut Käufer hervor

Foto: A3471 Boris Roessler/ dpa

Frankfurt am Main - Der Dax war zeitweise um 1,6 Prozent auf 6862 Punkte abgerutscht. "Einige Anleger machen Kasse", sagte ein Händler. Bis zum Handelsschluss auf Xetra konnte der Index jedoch sein Minus auf 0,5 Prozent verringern und ging bei 6939 Zählern aus dem Handel.

Größte Verlierer waren die Titel des Einzelhandelskonzerns Metro mit einem Abschlag von 4,1 Prozent. Die Aktien von Daimler, Deutsche Bank und Beiersdorf gingen dagegen mit deutlichen Gewinnen aus dem Handel.

Erleichterung an der Wall Street: Knapp 300.000 neue Jobs in den USA

Für Unterstützung sorgten am Nachmittag jedoch die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA. In den USA ist die Beschäftigung im Privatsektor deutlich stärker gestiegen als von Experten erwartet worden war. Die Zahl der Beschäftigten sei auf Monatssicht um 297.000 geklettert, teilte der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) mit. Volkswirte hatten nur mit einem Plus von 100.000 gerechnet.

"Das sind klare Lebenszeichen vom Arbeitsmarkt", sagte ein Börsianer. Das US-Arbeitsministerium wird den offiziellen monatlichen Arbeitsmarktbericht an diesem Freitag veröffentlichen. Die APD-Daten gelten hierfür als Indikator.

An der Wall Street reagierten Anleger erleichtert. Der Dow Jones  notierte bis 17.30 Uhr am Mittwoch um 0,3 Prozent fester bei 11.696 Zählern, während der Nasdaq Composite  0,6 Prozent zulegte. Schwergewichte wie Apple  setzten an der Nasdaq ihre Klettertour fort.

Gewinnmitnahmen bei Dax-Favoriten

Wie schon am Vortag gab es zeitweise Gewinnmitnahmen vor allem bei den Favoriten von 2010.

Zum Beispiel verloren BASF  zeitweise knapp 4 Prozent, ohne dass Händler dafür einen fundamentalen Grund anführen konnten. BASF hatten im vergangenen Jahr 38 Prozent gewonnen. Auch Volkswagen  geriet zeitweise stark unter Druck. Beide Titel setzten jedoch im späten Handel zur Erholung an.

Gerüchte treiben Kurs von Beiersdorf - Daimler und Deutsche Bank fest

Zu den Gewinnern zählten die Aktien von Beiersdorf  . Händler machten Gerüchte über einen möglichen Verkauf der von der Familie Herz gehaltenen Beiersdorf-Anteile an den amerikanischen Konzern Procter & Gamble für den Auftrieb verantwortlich. Ein Sprecher der Investmentgesellschaft Maxingvest, über die die Herz-Familie 50,46 Prozent hält, betonte später, dass das Engagement bei dem Nivea-Creme-Hersteller langfristig sei.

Auch Daimler und Deutsche Bank waren gefragt. Bei Daimler machten Händler Umschichtungen von Investoren für das Kursplus verantwortlich, während die Deutsche Bank im Sog steigender Kurse von US-Investmentbanken zulegte.

TecDax: Kurssprung bei Roth & Rau

Mit einem Kurssprung von zeitweise 7 Prozent sorgten im TecDax die Aktien von Roth & Rau für Gesprächsstoff. Börsianern zufolge kursierten Gerüchte, wonach Yingli Green Energy an einer Übernahme des Solaranlagenbauers interessiert sei. Bei Roth & Rau war davon allerdings nichts bekannt.

Euro-Kurs gesunken, Ölpreis gestiegen

Der Euro  ist am Mittwoch unter Druck geblieben. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,3281 Dollar. Ein Dollar war damit 0,7528 Euro wert. Am Dienstagnachmittag war der Euro bereits um mehr als einen Cent gesunken. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstagmittag noch auf 1,3421 (Montag: 1,3348) Dollar festgesetzt.

Aus Sicht der Commerzbank zeichnet sich zu Jahresbeginn noch keine klare Richtung ab. Der Devisenmarkt scheine seine Handbremse noch immer nicht ganz gelöst zu haben. Lange dürfte dies aber nicht mehr so bleiben. Vieles deute daraufhin, dass der Euro dann wieder nachgeben werde.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist deutlich gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Mittwoch kostete ein Barrel (159 Liter) am Dienstag im Durchschnitt 91,27 Dollar. Das waren 1,48 Dollar mehr als am Montag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

mg/dpa-afx
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