Börse TecDax steigt zehnten Tag in Folge

Der Dax hält sich über 7000 Zählern. Der Technologieindex-TecDax hält sich weiterhin im Plus. Auch der Reisekonzern Tui und der Kupferhersteller Aurubis gehören nach Vorlage der Jahreszahlen zu den Gewinnern.
Ruhiger Vormittag: In Frankfurt wird auf die ZEW-Konjunkturerwartungen und die Entscheidung der Fed am Abend gewartet

Ruhiger Vormittag: In Frankfurt wird auf die ZEW-Konjunkturerwartungen und die Entscheidung der Fed am Abend gewartet

Foto: REUTERS

Frankfurt am Main - Gegen Mittag notierte der Leitindex Dax 0,1 Prozent tiefer bei 7020 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte sank um 0,18 Prozent auf 9902 Punkte. Dem TecDax hingegen gelang erneut der Dreh ins Plus. Er gewann 0,25 Prozent auf 839 Punkte und legte damit den zehnten Handelstag in Folge zu.

Zu den stärksten Werten im deutschen Leitindex zählten die Lufthansa sowie Beiersdorf, die sich von ihrem jüngsten Kursrutsch erholten. Bei BMW und Thyssen nahmen Anleger dagegen Gewinne mit.

Neben den Jahreszahlen von Tui und Aurubis dürften am Nachmittag noch amerikanische Konjunkturdaten auf Interesse stoßen.

Tui profitiert von Hapag Lloyd

Für die Tui-Titel  ging es um 3,7 Prozent auf 9,70 Euro nach oben. Der Reisekonzern hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar nur dank des Booms seiner Reederei-Beteiligung Hapag-Lloyd in der Gewinnzone gehalten. Händler beurteilten das Zahlenwerk des weltgrößten Reisekonzerns indes positiv. Es habe über den Erwartungen gelegen.

Ein weiterer Börsianer sagte, dass die Trendwende bei Hapag-Lloyds Containerschifffahrt der Geschäftsentwicklung wie schon im dritten Quartal geholfen habe. Zudem hob er den Ausblick positiv hervor. Zur anstehenden Telefonkonferenz dürfte sich der Fokus indes vor allem auf den angestrebten Börsengang von Hapag-Lloyd richten, glaubt er.

Aurubis nach Jahreszahlen knapp im Plus

Auch die Papiere von Aurubis  profitierten von der Zahlenvorlage. Laut einem Händler sind die Ergebnisse des Kupferproduzenten für das Geschäftsjahr 2009/2010 "solide" ausgefallen. Fast alle Kennziffern hätten die Erwartungen übertroffen.

Das Vorsteuerergebnis habe im Rahmen der Marktprognosen gelegen. Folglich rechnete der Börsianer zunächst mit steigenden Kursen. "Die Aktien haben sich in den vergangenen Tagen allerdings schon sehr gut entwickelt. Daher könnte es im Tagesverlauf zu Gewinnmitnahmen kommen".

Metro-Papiere verlieren nach Verkauf durch Beisheim

Die Aktien von Metro  gaben um 0,07 Prozent auf 54,760 Euro nach. Am Vortag hatte die Otto Beisheim Holding nach Börsenschluss mitgeteilt, dass ihre Beteiligung an dem Handelskonzern unter die Schwelle von 10 Prozent gesunken sei und nun bei 9,97 Prozent liege. Ein Händler sagte, da die Gesellschaft zuvor 10,09 Prozent gehalten habe, sei die Veränderung nicht groß. "Allerdings könnte die Nachricht die Aktien dennoch belasten, falls Investoren weitere Verkäufe durch Beisheim erwarten."

Bei Lanxess  ließen hingegen Übernahmepläne und die deutlich erhöhten Preise für Eisenoxid die Aktien um 0,92 Prozent auf 56,050 Euro steigen. Mit dem niederländischen Chemiekonzern Royal DSM habe man sich grundsätzlich auf einen Verkauf von DSM Elastomers für 310 Millionen Euro ohne Barmittel und Schulden verständigt, teilte der Spezialchemiekonzern mit. Er stärkt damit sein Kautschukgeschäft.

Die Aktien von ProSiebenSat.1  büßten nach einem Medienbericht kräftige 4,57 Prozent auf 21,950 Euro ein. Wie die "Welt" am Vorabend auf ihrer Website berichtete, wollen sich die Finanzinvestoren KKR  und Permira bis Ende 2011 weitgehend aus dem Unternehmen zurückziehen und prüfen Kreisen zufolge bereits entsprechende Möglichkeiten. Erwogen werde sowohl ein Verkauf über die Börse oder an einen Einzelinvestor.

Im ersten Fall werde ein Aufstieg in den Leitindex Dax angestrebt, hieß es. Dazu könnten die Vorzugs- und Stammaktien zu einer Gattung verschmolzen werden.

Euro-Kurs unverändert, Ölpreise gesunken

Der Euro  hat sich am Dienstag über der Marke von 1,34 Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,3410 Dollar und damit in etwa soviel wie am späten Vorabend. Ein Dollar war zuletzt 0,7457 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagmittag noch auf 1,3267 (Freitag: 1,3244) Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gesunken. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Januar 88,49 Dollar. Das waren 12 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank um 14 Cent auf 91,05 Dollar.

Händler sprachen von einem zuletzt impulslosen Handel. Ein Hauptthema sei die Geldpolitik Chinas. Angesichts einer Inflation von zuletzt über 5 Prozent rechnen Marktteilnehmer mit weiteren Straffungsschritten der Notenbank. Dies würde die Ölpreise vermutlich belasten.

Am Dienstag dürften vor allem zahlreiche Konjunkturdaten aus Europa und den USA im Blick stehen. Während im Euro-Raum die ZEW-Konjunkturerwartungen veröffentlicht werden, dürften in den USA die Einzelhandelsumsätze starke Beachtung finden.

Am Abend steht zudem die Zinsentscheidung der US-Notenbank an. Nachdem die Fed ihre expansive Geldpolitik bereits im November zusätzlich gelockert hatte, rechnen die meisten Experten nicht mit einer abermaligen Lockerung. Wegen des schwachen Arbeitsmarkts hatte Notenbankchef Ben Bernanke zuletzt aber die Möglichkeit einer zusätzlichen Lockerung in Aussicht gestellt

mg/dpa-afx
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