Börse US-Konsumdaten stützen Dax

Das Konsumklima in den USA hat sich stärker aufgehellt als erwartet. Der Dax schließt über der Marke von 7000 Punkten. Autotitel wie VW und BMW, die gestern eingebrochen waren, starten eine Aufholjagd.
Börse in Frankfurt: Der Dax schloss über 7000 Zählern und verbuchte einen Wochengewinn

Börse in Frankfurt: Der Dax schloss über 7000 Zählern und verbuchte einen Wochengewinn

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

New York / Frankfurt am Main - Durchatmen an der Börse: In den USA ist das Konsumklima der Universität von Michigan im Dezember deutlich stärker als erwartet gestiegen. Der entsprechende Index sei von 71,6 Punkten im Vormonat auf 74,2 Punkte geklettert, teilte die Universität am Freitag in einer ersten Schätzung mit. Volkswirte hatten im Schnitt mit 72,5 Punkten gerechnet.

An der Wall Street wurde die Nachricht mit Erleichterung aufgenommen. Sowohl Dow Jones  als auch S&P 500 notierten bis zum Handelsschluss in Deutschland knapp im Plus.

Der Dax  gewann bis zum Handelsschluss auf Xetra 0,6 Prozent hinzu und ging bei 7006 Zählern ins Wochenende. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Plus von 0,8 Prozent. Der TecDax rückte um 0,4 Prozent vor auf 827 Punkte und legte damit den achten Handelstag in Folge zu.

VW und BMW sehr fest

Zu den stärksten Werten gehörten die Autohersteller BMW und VW, die am Vortag noch unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten. Die Autobauer hatten am Vortag unter Berichten gelitten, dass Steuervorteile in China beendetwerden könnten.

Auch Infineon  gehörte am Freitag zu den Topwerten der ersten deutschen Börsenliga. Das Papier ist ohnehin auf Höhenflug: Seit Jahresbeginn haben dessen Aktien knapp 100 Prozent zugelegt.

Beiersdorf stark unter Druck

Größter Verlierer im Dax war Beiersdorf . Der Konsumgüterhersteler wird seine Make-Up-Linie der Marke Nivea einstellen. Das Hamburger Unternehmen kündigte am Freitag an, sich im Kosmetikbereich künftig auf Pflegeprodukte zu konzentrieren. Das ist Teil einer Neuausrichtung, im Rahmen derer der Konzern seine Produktpalette umbaut. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hätte Beiersdorf im Bereich Make-Up "sehr viel investieren müssen", sagte Unternehmenssprecher Thomas Schönen. "Wir ziehen uns aus diesem Markt zurück." Die Aktie verlor zeitweise mehr als 5 Prozent.

Fitch stuft Bonität Irlands ab

Die Herabstufung der Bonität Irlands durch die Ratingagentur Fitch hatte die Gemeinschaftswährung am Donnerstag kurzzeitig auf 1,3197 Dollar gedrückt. Ihr Augenmerk richteten Investoren auf den Index des US-Verbrauchervertrauens der Universität Michigan (15.55 Uhr MEZ). "Solange die heutige Veröffentlichung einen Wert liefert, der kein neuerliches Abgleiten der Konsumentenstimmung in tiefsten Pessimismus befürchten lässt, steht einer Fortsetzung der Erholung der US-Wirtschaft nichts im Wege", schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar. Dies dürfte dann auch dem Dollar Auftrieb geben.

Am Rentenmarkt ging die Rendite für die zehnjährige Bundesanleihe leicht zurück. Sie lag bei 2,932 Prozent nach 2,954 am Vortag. Der Bund-Future zog um 31 Ticks auf 125,27 Zähler an.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) am Donnerstag im Durchschnitt 87,92 Dollar. Das waren 46 Cent mehr als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells

mg/dpa-afx
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