Börse Dax hält sich über 6600 Zählern

Zum Wochenschluss hält sich der Dax über der Marke von 6600 Punkten: Anleger erwarten starke Quartalszahlen von VW, MAN und SAP in der kommenden Woche. Auch das Ifo-Geschäftsklima stützt den Index.
Börse in Frankfurt: Der Dax hält sich vor dem neuen Zahlenreigen auf Zweijahreshoch

Börse in Frankfurt: Der Dax hält sich vor dem neuen Zahlenreigen auf Zweijahreshoch

Foto: MICHAEL PROBST/ ASSOCIATED PRESS

Frankfurt am Main - Trotz des anhaltenden Stimmungshochs in der deutschen Wirtschaft haben sich Anleger am Freitag nicht zu weiteren Aktienkäufen verleiten lassen. Der überraschende Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex konnte den Dax nur kurzzeitig leicht in Plus hieven. Bis zum Mittag notierte der deutsche Leitindex Dax  kaum verändert bei 6606 Zählern.

"Mit dem höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren ist der Ifo zwar super ausgefallen, aber die Anleger setzen nach dem jüngsten Aufwärtstrend vor dem Wochenende lieber auf Gewinnmitnahmen", sagte ein Händler. Am Donnerstag hatte der Dax mit 6611 Zählern den höchsten Stand seit August 2008 markiert, über die Woche legte er bis zum Mittag rund 1,5 Prozent zu.

Warten auf Daimler, VW, SAP und Bayer

Nach den unerwartet starken Quartalszahlen einiger US-Großkonzerne richteten die Anleger ihr Augenmerk nun vor allem auf die Ergebnisse deutscher Unternehmen. In der neuen Woche legen allein acht Dax-Unternehmen ihre Zahlen vor, darunter Daimler  , SAP und Bayer. "Viele hoffen, dass auch hier ein paar positive Überraschungen auf sie warten", sagte ein Händler.

In Erwartung guter Zahlen legten am Freitag laut Börsianern bereits Volkswagen zu und gehörten mit einem Plus von 1,4 Prozent zu den größten Gewinnern. Analystenschätzungen zufolge dürfte sich der rasante Gewinnanstieg des Konzerns im dritten Quartal fortgesetzt haben. VW legt seinen Zwischenbericht am Mittwoch vor.

MAN und VW bauen Gewinne aus

Gefragt waren auch die Titel des Lkw-Bauers MAN, die sich um gut ein Prozent verteuerten. Konkurrent Volvo ist dank guter Geschäfte in Lateinamerika und Asien im dritten Quartal in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der schwedische Lastwagenhersteller rechnet für 2010 weiterhin mit einem Wachstum von etwa zehn Prozent auf dem europäischen und 20 bis 30 Prozent auf dem nordamerikanischen Lkw-Markt.

L' Oreal belastet Beiersdorf

Getrennt haben sich Anleger am Freitag von Beiersdorf  , die in der Spitze um 1,3 Prozent nachgaben. Starke Quartalszahlen des Konkurrenten L'Oreal lasteten auf dem Kosmetikhersteller. L'Oreal wachse schneller als erwartet, das werde für den deutschen Konkurrenten negativ gesehen, sagte ein Händler. Offenbar könne der französische Konzern seine Marktanteile ausbauen. Auch Henkel-Papiere gaben nach und setzten sich mit einem Minus von 1,2 Prozent zeitweise an die Spitze der Dax-Verlierer.

Börsianern zufolge litten diese zusätzlich unter Gewinnmitnahmen, nachdem sie am Vortag 3,2 Prozent zugelegt hatten. L'Oreal, die am Vortag ebenfalls stark gestiegen waren, verloren an der Pariser Börse 0,9 Prozent auf 86,65 Euro.

Demag Cranes bleibt Spielball der Übernahmephantasien

Im MDax sorgten wieder aufgeflammte Übernahmespekulationen bei Demag Cranes für einen deutlichen Kursanstieg. Die Titel des Düsseldorfer Kranbauers verteuerten sich um bis zu 4,9 Prozent auf 37,67 Euro, nachdem Übernahmeinteressent Konecranes in mehreren Zeitungsinterviews sein Gesprächsangebot erneuert hatte. Der Chef des anderen potenziellen Interessenten Terex, Ron DeFeo, sagte Reuters, sein Unternehmen wolle den Großteil seiner Barmittel von 1,35 Milliarden Dollar für die richtige Übernahmegelegenheit nutzen.

"Das macht die Aktien von Demag natürlich wieder interessant", sagte ein Händler. Zuletzt war aus Kreisen verlautet, dass Terex sich wegen des rasant gestiegenen Aktienkurses aus einem Bieterrennen um den deutschen Rivalen vorerst heraushalten werde. Die Aktien von Demag sind seit Beginn der Übernahmespekulationen um 21 Prozent gestiegen, in der Spitze sogar um mehr als 30 Prozent. Am Donnerstag hatten Gewinnmitnahmen die Aktien allerdings 3,4 Prozent ins Minus gedrückt.

Im SDax sorgte die Spezialchemie-Firma H&R Wasag für Wirbel. Nach Gerüchten um eine Übernahme kletterten die Papiere über vier Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch von 21,38 Euro. Dabei wechselten innerhalb der ersten Handelsstunde bereit mehr Wasag-Aktien den Besitzer als an einem gesamten Durchschnittstag. "Angeblich will Dow Chemical 27,60 Euro je Aktie bieten", sagten mehrere Händler übereinstimmend. Eine Wasag-Sprecherin dementierte die Gerüchte allerdings. "Es gibt kein Interesse von Dow an H&R", sagte sie.

mg/la/dpa-afx
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