Börse Dow auf Rekordhoch, Dollar zum Euro auf Dreijahrestief

Da die US-Börsen ihre Rekordjagd fortsetzen, dürfte auch der Dax am Montag einen Erholungsversuch starten. Für Gegenwind sorgt jedoch der Euro, der zum Dollar auf Dreijahreshoch notiert.
Gute Stimmung: An der US-Börse geht es weiter aufwärts.

Gute Stimmung: An der US-Börse geht es weiter aufwärts.

Foto: Spencer Platt/ Getty Images

Quartalsbilanzen von Finanzkonzernen und starke Einzelhandelszahlen haben am Freitag für Kursrekorde an der Wall Street gesorgt. Der Dow Jones  schloss mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 25.803 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 erhöhte sich um 0,7 Prozent auf 2786 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite  verbesserte sich um 0,7 Prozent auf 7261 Punkte.

Im Wochenvergleich betrug das Plus beim Dow Jones  zwei Prozent, beim S&P 1,6 Prozent und beim Nasdaq 1,7 Prozent. Die Rekordjagd an der Wall Street wurde auch vom schwachen Dollar angeheizt, der am Freitag auf ein Dreijahrestief zum Euro fiel.

Bankenwerte in USA legen zu

Aktien von JPMorgan Chase legten 1,7 Prozent zu. Die US-Steuerreform kam die größte US-Bank erwartungsgemäß teuer zu stehen. Die einmalige Belastung bezifferte das Institut auf 2,4 Milliarden Dollar - die Anleger hatten aber Schlimmeres erwartet.

Die Aktien von Wells Fargo gaben dagegen um 0,7 Prozent nach. Zwar stieg der Gewinn um 18 Prozent. Für die Bewältigung von Rechtsstreitigkeiten verbuchte das Institut aber eine Belastung von 3,25 Milliarden Dollar.

Um 3,3 Prozent aufwärts ging es für die Aktien von Blackrock. Der Gewinn des weltgrößten Vermögensverwalters schnellte im vierten Quartal auf 2,3 Milliarden Dollar in die Höhe - ein Plus von 171 Prozent.

Aktie von Facebook knickt ein

Die Anteilsscheine von Facebook fielen um 4,5 Prozent. Die Nutzer des sozialen Netzwerks sollen künftig weniger Beiträge von Unternehmen und Medien zu sehen bekommen. Investoren fürchten, dass Nutzer dadurch auf kurze Sicht weniger Zeit auf Facebook verbringen.

Die Umsätze der US-Einzelhändler stiegen im Dezember wie erwartet. Sie legten um 0,4 Prozent zum Vormonat zu. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit diesem Plus gerechnet. Anleger nahmen die Zahlen zum Anlass, Aktien von Einzelhändlern zu kaufen. Die Anteilsscheine von Wal-Mart Stores stiegen um 0,8 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 875 Millionen Aktien den Besitzer. 1573 Werte legten zu, 1339 gaben nach, und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,97 Milliarden Aktien 1784 Werte im Plus, 1156 im Minus und 192 unverändert.

US-Staatsanleihen tendierten uneinheitlich: Die zehnjährigen Papiere gaben um 5/32 auf 97-13/32 nach und rentierten mit 2,55 Prozent. Dagegen stiegen die Bonds mit einer 30-jährigen Laufzeit um 6/32 auf 97-29/32. Die Rendite lag bei 2,85 Prozent.

Euro auf Dreijahreshoch - Dämpfer für den Dax

Die Rekordjagd an der Wall Street dürfte auch den Dax in der kommenden Woche stützen. Allerdings hinkt der deutsche Leitindex deutlich hinter den US-Indizes zurück. Für Gegenwind für den Dax sorgt weiterhin der starke Euro , der am Freitag über die Marke von 1,21 US-Dollar und damit auf ein Dreijahreshoch zum Dollar kletterte. Dies dämpft die Exportchancen europäischer Unternehmen.

Durchbruch bei Sondierungsgesprächen zwischen SPD und Union

Der Durchbruch bei den Sondierungsgesprächen für eine große Koalition in Berlin bewegte die Aktienkurse dagegen zunächst nicht. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitagmorgen in Berlin aus Teilnehmerkreisen erfuhr, haben sich CDU, CSU und SPD darauf geeinigt, ihren Parteien die Aufnahme von offiziellen Koalitionsverhandlungen zu empfehlen.


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Bitcoin fällt unter 14.000 US-Dollar-Marke

Die Kryptowährung Bitcoin/Dollar (Kurswerte anzeigen) gab zuletzt wieder nach. Am Dienstag hatte die Digitalwährung nach ihrem jüngsten Kursrutsch wieder die Marke von 15.000 US-Dollar zurückerobert, rutschte nun aber unter die 14.000 Dollar Marke.

Chinas politische Führung hat laut einem Medienbericht Bitcoin  -Schürfern die Beendigung ihrer Tätigkeit angeordnet. Es gehe um Kapazitäten, die für einen hohen Anteil des weltweiten Bitcoin-Angebots stehen, berichtete die US-Zeitung "Wall Street Journal" am Mittwoch auf ihrer Internetseite mit Bezug auf mit der Sache vertraute Personen. Eine Task Force unter Federführung der Notenbank habe vergangene Woche die lokalen Behörden angewiesen, die Schließungen zu koordinieren. Der Ausstieg soll demnach "geordnet" und ohne eine festgelegte Deadline stattfinden. Die Notenbank habe auf Anfrage nicht reagiert.

Ein Vertreter einer lokalen Regulierungsbehörde in der westlichen Region Xinjiang hat laut dem Bericht am Mittwoch bestätigt, dass seine Behörde die Anordnung erhalten habe und befolgen werde. Für den Bitcoin  bedeutet das Vorgehen Chinas einen schweren Schlag, der allerdings nicht ganz überraschend kommt. Bereits vergangene Woche hatten Medien über ein entsprechendes Vorhaben berichtet. Dabei war von einer möglichen Beschränkung des Stromverbrauchs die Rede.

Das krisengeschüttelte Venezuela treibt derweil die Pläne für eine eigene Digitalwährung zur Linderung seiner Finanznot voran. Die Kryptodevise mit dem Namen "Petro" solle in den nächsten Tagen ausgegeben werden, kündigte der linke Präsident Nicolas Maduro am Freitag an. Dabei gehe es um 100 Millionen "Petro" und damit ein Volumen von rund 5,9 Milliarden Dollar.

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