Börse Dax erreicht Rekordhoch - trotz schwacher Wall Street

Der Dax nähert sich der Marke von 12.000 Punkten - trotz der Verluste an der Wall Street. Bei der Commerzbank zeigen sich Anleger nach Einigung mit der US-Justiz erleichtert.
Von mm-newsdesk
Kurstafel in Frankfurt: Der Dax behält die Marke von 12.000 Zählern im Blick

Kurstafel in Frankfurt: Der Dax behält die Marke von 12.000 Zählern im Blick

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Kaufrausch an den europäischen Börsen: Der Dax legte am Freitag trotz neuer Verluste an der Wall Street um 0,9 Prozent zu und schloss auf der neuen Rekordmarke von 11.901 Zählern - damit rückt der deutsche Leitindex noch näher an die Marke von 12.000 Punkten heran.

Bemerkenswert: Der Dax setzt seine Rekordjagd fort, obwohl die US-Indizes Dow Jones und Nasdaq Composite am Freitag weiter nachgaben. Offenbar schichten viele US-Investoren aus Angst vor einer Zinserhöhung in den USA in europäische und vor allem deutsche Aktien um.

Auf Wochensicht kommt der deutsche Leitindex auf ein Plus von mehr als 2 Prozent. Aktien seien weiterhin heiß begehrt, bislang würden kleine Kurs-Rücksetzer stets für den Einstieg genutzt, sagte ein Händler. "Die 12.000er Marke kann jeden Moment fallen."

Haupttreiber ist weiterhin das billionenschwere Anleihe-Kaufprogramm der EZB: Bis September 2016 wollen die Notenbanker monatlich 60 Milliarden Euro Anleihen am Markt erwerben. Damit haben sie allein in der ersten Woche des Kaufprogramms den Euro zeitweise unter 1,05 Dollar gedrückt.

Euro bei 1,05 US-Dollar

Am Freitag notierte die Gemeinschaftswährung mit 1,0518 Dollar leicht über diesem am Vortag erreichten Zwölf-Jahres-Tief.

Am Rentenmarkt machten einige Anleger nach den starken Kursgewinnen Kasse, so dass im Gegenzug die Renditen über fast alle Laufzeiten anzogen.

Wall Street schwächer

An der Wall Street verlor der Dow-Jones-Index 0,7 Prozent, nachdem der Index zum US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan im März schwächer ausfiel als gedacht. Das Barometer für die Konsumlaune fiel um 4,2 auf 91,2 Punkte. Experten hatten mit einer leichten Verbesserung gerechnet. Die Verbraucher beurteilten sowohl die wirtschaftliche Lage als auch die Aussichten schlechter als im Vormonat.

Erleichterung bei Commerzbank-Aktionären

Kasse machten Anleger bei K+S nach der Bilanzvorlage vom Vortag. Die Papiere drehten im Handelsverlauf ins Minus und fielen um 1,4 Prozent auf 31,43 Euro. Am Donnerstag hatten sie 7,5 Prozent zugelegt.

Größter Dax-Gewinner waren Aktien der Commerzbank  mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 12,46 Euro, nachdem das Institut mit den USA einen Vergleich im Streit um Sanktionsverstöße getroffen hatte. Die verhängte Strafe über 1,5 Milliarden Dollar liege zwar über dem im vergangenen Sommer kolportierten Volumen, aber die Einigung an sich sei positiv, sagte Equinet-Analyst Philipp Häßler. Jetzt könne sich das Institut auf sein Geschäft konzentrieren.

MDax: Kuka gefragt

Größter Gewinner im MDax waren Kuka, die im Schlepptau des Konkurrenten Fanuc 2,7 Prozent auf 74,10 Euro zulegten. Der japanische Roboterbauer erwägt einem Medienbericht zufolge eine Dividendenerhöhung und einen Aktienrückkauf. Die Aktien waren in Tokio um 13,2 Prozent gestiegen und hatten den Nikkei-Index um 1,4 Prozent auf ein 15-Jahres-Hoch gezogen.

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Im europäischen Bankensektor drückten Spekulationen auf eine Kapitalerhöhung die Aktien der spanischen Sabadell um mehr als drei Prozent. Sabadell hatte am Vortag angekündigt, die Filial-Tochter TSB der britischen Lloyds für 2,6 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen.

la/rei/dpa/afx