Sonntag, 21. April 2019

Börse Dax erstmals in diesem Jahr im Plus - Draghi am Geld-Drucker

EZB-Chef Mario Draghi: Wahrscheinlich wird die EZB bereits am 22. Januar breit angelegte Staatsanleihenkäufe beschließen. Draghi hatte jüngst betont, die Zentralbank müsse das Risiko einer Deflation "angehen"

Die fallenden Preise in der Euro-Zone sorgen dafür, dass der Dax erstmals in diesem Jahr im Plus schließt. Anleger gehen davon aus, dass EZB-Chef Mario Draghi noch im Januar im Kampf gegen Deflation die Druckerpresse anwirft.

Frankfurt am Main - Die fortgesetzte Hoffnung auf Geldspritzen durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch Aufwind verliehen. Die Sorgen um die Zukunft Griechenlands sowie den Ölpreis-Verfall rückten etwas in den Hintergrund. Der Dax Börsen-Chart zeigen erholte sich nach vier Verlusttagen in Folge um 0,5 Prozent und beendete den Xetra-Handel bei 9518 Punkten.

Der Index der mittelgroßen Werte, der MDax Börsen-Chart zeigen, schloss 0,85 Prozent höher bei 16 841,36 Punkten. Für den Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen ging es um 0,52 Prozent auf 1368,46 Punkte nach oben.

Euro-Zone: Die Deflation ist da

Die Preise in der Euro-Zone sind erstmals seit mehr als fünf Jahren gefallen und nähren damit die Furcht vor einer Deflation. Die Kosten für die Lebenshaltung sanken im Dezember zum Vorjahr um 0,2 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Damit fielen die Preise doppelt so stark wie von Experten erwartet.

Vor allem das deutlich verbilligte Öl sorgte für fallende Preise in der Euro-Zone: Die Energiekosten fielen zum Vorjahr um 6,3 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) blickt mit Sorge auf diese Entwicklung, da sie eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent anstrebt.

"Die niedrigeren Energiepreise sind ein Segen für die lahmende Konjunktur. Nur die EZB zittert", sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil. Wahrscheinlich werde sie schon auf ihrer Zins-Sitzung am 22. Januar breit angelegte Staatsanleihenkäufe beschließen. EZB-Chef Mario Draghi hatte jüngst betont, die Zentralbank müsse das Risiko einer Deflation "angehen" und bereite Gegenmaßnahmen vor.

US-Arbeitsmarktzahlen besser als erwartet

Der US-Arbeitsmarkt befindet laut Zahlen des privaten Dienstleisters ADP weiter im Aufschwung. Im Dezember seien in der Privatwirtschaft 241 000 neue Stellen geschaffen worden, teilte ADP am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatten lediglich mit 225 000 neuen Jobs gerechnet. Zudem wurde der Stellenaufbau im Vormonat um 19 000 auf 227 000 Stellen nach oben revidiert.

Die ADP-Zahlen liefern Hinweise auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht der Regierung. Ihr Bericht für Dezember wird an diesem Freitag veröffentlicht. Ökonomen rechnen auch hier mit einem abermals robusten Stellenaufbau. Die Entwicklung am Jobmarkt ist eine der wichtigsten Orientierungsgrößen für die Geldpolitik der Notenbank Fed, die vorsichtig auf eine erste Zinsanhebung nach der Finanzkrise zusteuert.

Daimler gefragt: US-Hauptsitz nach Georgia verlegt

Die Papiere von Daimler Börsen-Chart zeigen zogen im Dax Börsen-Chart zeigen um mehr als 2 Prozent an. Börsianer verwiesen auf die angekündigte Verlegung des Hauptsitzes der amerikanischen Tochter Mercedes-Benz USA von Montvale im Bundesstaat New Jersey nach Atlanta in Georgia. Dies sei ein logischer Schritt, sagte ein Händler. Mercedes habe etwa die Hälfte der Produktion für den US-Markt in den vergangenen Jahren im benachbarten Alabama aufgebaut. Zudem könnte der Autobauer durch den Umzug Kosten sparen.

Am SDax Börsen-Chart zeigen -Ende litten die Papiere des Online-Modehändlers Zalando Börsen-Chart zeigen unter den schlechten Nachrichten eines Wettbewerbers. Der britische Online-Händler Boohoo musste die Ergebniserwartungen des Marktes dämpfen. Boohoo-Aktien rutschten in London zuletzt um knapp 40 Prozent ab und Zalando-Titel büßten mehr als 4 Prozent ein.

TecDax: Manz bei Anlegern gefragt

Die im TecDax Börsen-Chart zeigen gelisteten Aktien von Manz Automation Börsen-Chart zeigen zogen derweil bei L&S um rund 4 Prozent an. Der Maschinenbauer sammelte mehrere Groß-Bestellungen für sein Batteriegeschäft ein. Bestellt wurden Produktionsanlagen für Lithium-Ionen-Batterien, die in elektronischen Geräten zum Einsatz kommen.

Papiere von Evotec stiegen vorbörslich um rund anderthalb Prozent. Das Biotechnologie-Unternehmen verlängerte nach ersten Erfolgen seine Zusammenarbeit mit dem US-Spezialisten Padlock Therapeutics.

Auf der Suche nach sicheren Häfen steuerten Anleger vor allem zehnjährige Bundesanleihen an. Die Kurse stiegen, im Gegenzug fiel die Rendite auf ein Rekordtief von 0,455 Prozent

la/rei mit Nachrichtenagenturen

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