Börse Börse in Athen bricht ein, Dax erholt sich

Die Börse in Athen bricht nach dem Scheitern der Präsidentenwahlen ein. Der Dax dagegen erholt sich - denn in den USA markiert der Dow Jones ein neues Rekordhoch.
Börse in Athen: Die Kurse knicken ein - doch in den USA lassen sich Anleger von Griechenland die Kauflaune nicht verderben. Man blickt lieber auf Asien

Börse in Athen: Die Kurse knicken ein - doch in den USA lassen sich Anleger von Griechenland die Kauflaune nicht verderben. Man blickt lieber auf Asien

Foto: ARIS MESSINIS/ AFP

Frankfurt am Main - Griechenland spielt erneut die Spaßbremse an der Börse: In Hellas stehen nach dem Scheitern von Stavros Dimas im dritten Durchgang der Präsidentschaftswahl Neuwahlen an, die für Ende Januar angesetzt sind.

In Umfragen liegt die linkspopulistische Syriza um Alexis Tsipras vorn. Sie fordert einen erneuten Schuldenschnitt und Neuverhandlungen des griechischen Sparprogramms. Linkspopulist Alexis Tsipras will zudem eine Menge Geld ausgeben - Geld, das von den Euro-Partnern kommen soll.

In diesem Fall befürchten Experten politische Turbulenzen für das von der Pleite bedrohte Land. Dies könnte auch zu einem Rückfall des Euroraums in alte Krisenzeiten führen - mit negativen Konsequenzen für europäische Aktien.

Börse in Athen bricht um 10 Prozent ein - Dax erholt sich

Griechenlands Aktienmarkt geriet nach der Wahlentscheidung stark unter Druck. Im Mittagshandel brach die Börse in Athen etwa zehn Prozent ein.

Auch am Frankfurter Aktienmarkt gerieten die Aktien zeitweise unter Verkaufsdruck. Der Dax (Kurswerte anzeigen) konnte im späten Handel jedoch seine Verluste ausgleichen und drehte zum Handelsschluss auf Xetra sogar um 0,1 Prozent ins Plus. Der Dax  schloss bei 9927 Zählern.

US-Börsen setzen Rekordjagd fort - Blick nach Asien statt nach Hellas

Grund für die Erholung des Dax: An der Wall Street haben die Leitindizes Dow Jones (Kurswerte anzeigen) und S&P 500 ihre Rekordjagd fortgesetzt. Der Dow baute seine Gewinne zuletzt auf 18.061 Zähler aus.

Anleger in den USA blicken weniger auf Europa und auf ein mögliches Comeback der Euro-Krise, sondern richten ihre Aufmerksamkeit auf den Wirtschaftsraum Asien. Die Aussagen der chinesischen Zentralbank, im kommenden Jahr das Wachstum der Volkswirtschaft stärken zu wollen, stärkten die Kauflaune an der Wall Street.

Griechische Staatsanleihen unter Druck - 9 Prozent Rendite

Griechenlands Staatsanleihen sind am Montag mit der Aussicht auf vorgezogene Neuwahlen und einen möglichen Wahlsieg des Linksbündnisses Syriza massiv eingebrochen. Im Gegenzug stieg die Rendite für Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren gegen Mittag um 0,91 Prozentpunkte auf 9,12 Prozent. Die Rendite stand damit nur knapp unter dem Jahreshoch von 9,21 Prozent von Mitte Dezember.

Tui profitiert von Empfehlung - Abschied aus MDax rückt näher

Unter den Einzelwerten standen Tui-Aktien nach einem positiven Pressebericht mit einem Plus von 1,66 Prozent im Anlegerfokus. Händler verwiesen auf einen Bericht der US-Finanzzeitschrift "Barron's", die die Titel des Touristikkonzerns zu ihren bevorzugten Papieren 2015 zählt. "Barron's" sieht nach der abgeschlossenen Fusion zwischen Tui und der britischen Veranstaltertochter Tui Travel deutliches Kurspotenzial. Die Papiere der neuen Tui  werden in London gehandelt. Damit sind die Tage der Aktien im MDax  gezählt. Der Abschied aus dem Index der mittelgroßen Werte wird bei der nächsten Überprüfung im März erwartet.

Allianz unter Druck - Versicherer des vermissten Airbus

Das Verschwinden eines AirAsia-Flugzeugs in Südostasien hat Händlern zufolge die Aktien der Allianz  um 0,68 Prozent nach unten gedrückt. Die Allianz ist nach eigenen Angaben wichtigster Rückversicherer der vermissten Airbus-Maschine. Auch die Papiere des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus standen mit einem Verlust von 0,66 Prozent unter Druck.

HeidelbergCement  kletterten nach dem angekündigten Verkauf des Bauprodukte-Geschäfts in Nordamerika und Großbritannien um 0,46 Prozent nach oben und gehörten damit zu den attraktivsten Dax-Werten. Der Baustoff-Konzern veräußert das Segment an die Investmentgesellschaft Lone Star Funds für maximal 1,4 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion und der Verkaufspreis seien erwartet worden, sagte Analystin Muriel Fellous von der französischen Bank Societe Generale

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