Börse Dax lässt Japans Rezession hinter sich

Japan rutscht in die Rezession, der Dax aber kämpft sich aus dem Minus. Aktien des Pharmakonzerns Merck KGaA rangieren an der Spitze - Grund ist eine milliardenschwere Kooperation mit dem US-Konzern Pfizer.
Börsenkurse in Tokio: Der Nikkei verliert kräftig

Börsenkurse in Tokio: Der Nikkei verliert kräftig

Foto: ISSEI KATO/ REUTERS

Frankfurt am Main - Der Dax  notierte zuletzt um den Vortagesschluss bei 9253 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,1 Prozent, während der Technologiewerte-Index TecDax  ein Plus 0,8 Prozent schaffte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  legte 0,2 Prozent zu.

Im Handelsverlauf hatte der Dax allmählich die Sorgen wegen des Abgleitens Japans in die Rezession überwunden. Die japanische Wirtschaft schrumpfte im dritten Quartal um 0,4 Prozent. Experten hatten einen Zuwachs von 0,5 Prozent vorhergesagt.

Neue Impulse für den Markt sollten am Nachmittag unter anderem von US-Konjunkturdaten kommen.

Merck an der Dax-Spitze

Unternehmensnachrichten waren zum Wochenstart dünn gesät. Die Aktien der Merck KGaA  sprangen mit plus 2,5 Prozent an die Dax-Spitze - bei 77,66 Euro hatten sie zu Handelsbeginn ein neuerliches Rekordhoch erreicht. Sie profitierten von der angekündigten Allianz des Pharma- und Chemiekonzerns mit Pfizer  zur Entwicklung und Vermarktung von Krebs-Antikörpern. Ein Marktteilnehmer sprach von einer "höchst attraktiven Allianz" bei einem der am weitesten fortgeschrittenen Wirkstoffkandidaten.

Dagegen verloren die Siemens -Titel nach einem Presseinterview 0,1 Prozent. Vorstandschef Joe Kaeser gab dem Geschäftsbereich Medizintechnik eine vorläufige Bestandsgarantie im Unternehmen und erteilte Spekulationen über eine Ausgliederung, einen Verkauf oder einen Börsengang der Sparte eine Absage. Ein Börsianer wertete dies leicht negativ. Einige Marktteilnehmer hätten auf eine Ausgliederung gehofft - diese Fantasie dürfte nun zumindest vorläufig verpuffen.

Öl gibt weiter nach

Die Ölpreise gaben weiter nach. Nach wie vor richten sich alle Blick darauf, ob das Ölkartell Opec etwas gegen den Preisverfall unternehmen wird. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Januar 79,01 Dollar. Das waren 40 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI zur Lieferung im Dezember fiel um 27 Cent auf 75,55 Dollar.

Der Euro  kostete 1,2540 US-Dollar und damit etwas mehr als am Freitagabend. Ein Dollar war 0,7975 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagmittag noch auf 1,2436 Dollar festgesetzt.

Spürbaren Schwankungen sah sich wegen der Rezession der japanische Yen  ausgesetzt.

ts/rtr/dpa-afx