Sonntag, 26. Januar 2020

Finanztitel 2014 - das Jahr der Banken?

Commerzbank: Der Umbau ist noch nicht abgeschlossen

Das Jahr ist noch jung, doch Bankaktien wie die der Commerzbank haben bereits deutlich zugelegt. 2014 könnte das Jahr der europäischen Banken werden, meinen Analysten. Zweckoptimismus - oder steckt mehr dahinter?

Hamburg - Seit Beginn des Jahres läuft eine neue Zeitrechnung - zumindest für Bankaktionäre. Denn Bankaktien legen wieder zu. Um rund 10 Prozent kletterte das Papier der Commerzbank Börsen-Chart zeigen - jener Krisenbank, die zeitweise teilverstaatlicht war. Und deren Frankfurter Filiale im Dezember Besuch von der Steuerfahndung erhielt.

Um rund 5 Prozent stieg auch der Wert der Deutsche-Bank-Aktie Börsen-Chart zeigen. Jenes Instituts, dessen Chef zuletzt durch einen Brandbrief der Finanzaufsicht Bafin und durch einen Streit mit Finanzminister Wolfgang Schäuble aufgefallen war. Vergeben, vergessen, signalisiert die Börse. Und nicht erst seit Beginn des Jahres.

Bereits seit Sommer sind Bankaktien stärker gestiegen als der deutsche Standardindex Dax Börsen-Chart zeigen. Das gleiche Bild im Rest von Europa, auch die Banco Santander Börsen-Chart zeigen in Spanien steht mit über 30 Prozent im Plus - es geht deutlich aufwärts. Und der KBW Bank Index, ein Sammelindex aus 24 Bankenaktien, klettert seit geraumer Zeit bergan - er notiert auf dem höchsten Niveau seit mehr als zwei Jahren.

"Neubewertung der Bankaktien"

Das lockt Anleger und lässt Hoffnung keimen - wie die Bäume im bislang viel zu warmen Januar. Geht es so weiter? Oder droht wieder eine Bankeneiszeit? Die Experten sind sich nicht einig. Guido Hoymann, Co-Head Leitung Equity Research beim Bankhaus Metzler, nennt es eine Neubewertung der Bankaktien. "Die Investoren sehen, dass sich einiges bewegt hat - und dass sie bislang nicht dabei gewesen sind. Und so haben sie die entsprechenden Aktien von 'underweight' zumindest auf Indexgewicht gezogen und werden das auch vermehrt im laufenden Jahr machen", sagt Hoymann. Ein Investment führt also zum anderen.

In der Tat haben Banken eine ganze Reihe ihrer Hausaufgaben - oder auch Strafaufgaben - nach der Krise erledigt. Zum Beispiel, indem sie sich von bestimmten Bereichen trennen, wie es die Commerzbank Börsen-Chart zeigen mit ihrer Schiffsfinanzierungsparte tat. Im Bankenjargon waren das die "Non-Core-Assets", also alles, was nicht zu ihrem Kerngeschäft gehörte. "Es wurden auch Abschreibungen vorgenommen", so Hoymann.

Vor allem aber hat sich eine Sorge offenbar erledigt - dass Banken an zu niedriger Eigenkapitalausstattung scheitern könnten. Doch die Basel-III-Vorgaben lassen den Banken Zeit. "Dazu kommt die wirtschaftliche Erholung in der westlichen Hemisphäre sowie die niedrigen Leitzinsen, die den Banken derzeit bei der Verkleinerung ihrer Bilanzen helfen", so Hoymann.

Ein goldenes Zeitalter der Banken sieht er dennoch nicht heraufdämmern. "Die Banken sind nur vom hässlichen Entlein zu so etwas wie der weißen Ente geworden - aber noch lange kein weißer Schwan." Banken verdienen zwar wieder Geld. "Wenn auch nicht die 25 Prozent Eigenkapitalrendite, die Ex-Deutsche-Bank-Chef-Ackermann in Aussicht gestellt hat".

Risiken gibt es aber weiterhin reichlich für Bankaktien - aus folgenden Gründen.

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