Börse Omikron beunruhigt Dax-Anleger

Die Börsenerholung gerät wegen neuer Sorgen um die Coronavirus-Variante Omikron ins Stocken. Der Dax schließt im Minus, an der Wall Street macht der Dow Jones etwas Boden gut. Papiere von Volkswagen und der Deutschen Bank zählen zu den Verlierern.
Aktienhändlerin in Frankfurt: Börsianer haben die Corona-Krise weiterhin im Blick

Aktienhändlerin in Frankfurt: Börsianer haben die Corona-Krise weiterhin im Blick

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Konjunktursorgen haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag ausgebremst. Die Anleger fürchteten eine Abkühlung der Konjunktur durch neue Beschränkungen zur Eindämmung der Omikron-Variante des Coronavirus. Aussagen von Pharmafirmen zur Wirksamkeit vorhandener Impfstoffe dämpften die Sorgen etwas. Dax  und EuroStoxx50  fielen am Donnerstag um jeweils etwa ein halbes Prozent auf 15.639 beziehungsweise 4207 Punkte.

Dax

Auf Wochensicht steht beim Dax aktuell jedoch ein Plus von gut 3 Prozent zu Buche. Zu verdanken ist dies vor allem der letztlich etwas nachlassenden Furcht vor der Coronavirus-Variante Omikron. Der MDax  der mittelgroßen Börsenwerte ging am Donnerstag mit einem Abschlag von 0,31 Prozent auf 34 595,48 Punkte aus dem Handel.

Nasdaq

Zum Handelsschluss in Europa drehte an der Wall Street der Dow Jones mit 0,1 Prozent leichte ins Plus. Der Technologie-Index der Nasdaq gab hingegen 0,82 Prozent nach. Der breiter angelegte S&P 500 lag ebenfalls mit rund 0,25 Prozent im Minus.

Deutsche Bank und Volkswagen im Minus

Ein Medienbericht über offenkundig neuen Ärger mit der US-Justiz belastete am Donnerstag die Papiere der Deutschen Bank. Sie verloren am Dax-Ende rund 3,4 Prozent. Vorne waren die Titel des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck mit plus 1,5 Prozent. Im Minus notierte auch die Aktie von Volkswagen , nachdem der Aufsichtsrat Konzernchef Herbert Diess im Amt bestätigt und auch ein rund 160 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm verabschiedet hat. Auch erwartet der Volkswagen-Konzern in den kommenden fünf Jahren eine deutliche Steigerung bei der Profitabilität. Die Aktie ging mit einem Minus von rund 1 Prozent aus dem Handel. Anteile der Porsche Holding gaben ihre Gewinne wieder fast komplett ab und notierte zum Handelsschluss leicht im Plus.

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Ganz vorn waren die Titel des Kochboxenversenders Hellofresh mit plus 2,6 Prozent, die sich damit etwas vom Kursrutsch am Vortag erholten. Ebenfalls gefragt waren Corona-Gewinner wie der Laborzulieferer Sartorius mit plus 1,8 Prozent und der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA mit plus 1,5 Prozent.

Auch Umstufungen bewegten einige Werte deutlich. So verloren die Aktien des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 am MDax-Ende rund 5,6 Prozent, nachdem JPMorgan sie abgestuft hatte. In den hinteren Reihen stiegen die im Kleinwerteindex SDax notierten Stabilus-Anteile hingegen um rund 1,3 Prozent, der Auto- und Industriezulieferer kündigte für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2021 eine deutliche Dividendenerhöhung an.

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin geriet zuletzt wieder weiter unter Druck und notierte am Abend bei 49.560 Dollar.

Bitcoin

Potenzielle Störfeuer wie die Krise vieler Immobilienkonzerne in China sowie die hohe Inflation behalten die Anleger im Blick. Die Stimmung sei deshalb weiterhin angespannt, konstatierte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect. An diesem Freitag werden die neuesten Daten zu den US-Verbraucherpreisen veröffentlicht. Sollte die Inflation weiter steigen, sehen Marktexperten die US-Notenbank Fed unter Druck, ihre Anleihekäufe noch rascher zu reduzieren und die Leitzinsen früher anzuheben. Analysten rechnen bereits mit Aussagen der Fed auf der Zinssitzung nächste Woche.

Derweil sind die am Donnerstag veröffentlichten wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA weiter zurückgegangen und auf den niedrigsten Stand seit 1969 gefallen. Die Daten "komplettieren damit das Gesamtbild einer robusten US-Wirtschaft", schrieb Comdirekt-Experte Lipkow.

Ölpreise geben nach

Spekulationen auf eine rückläufige Nachfrage lastete auf den Ölpreisen. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 75,31 Dollar je Barrel. "Obwohl Labortests gezeigt haben, dass der Pfizer-Impfstoff eine neutralisierende Wirkung auf Omikron hat, werden neue Maßnahmen eingeführt, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen", sagte Analyst Tamas Varga vom Brokerhaus PVM. So hielt der britische Premierminister Boris Johnson unter anderem Arbeitnehmer dazu an, ab Montag von zu Hause aus zu arbeiten.

Brent

Mit Nachrichtenagenturen