Börse Dax steigt wieder über 14.000 Punkte

Wieder niedrigere Anleihezinsen sowie ein neuer Impfstoff in den USA heben die Stimmung an der Börse. Der Dax steigt wieder in Richtung seines Rekordhochs.
Börse in Frankfurt: Der Dax legt wieder zu

Börse in Frankfurt: Der Dax legt wieder zu

Foto: Arne Dedert / dpa

Eine Beruhigung an den Anleihemärkten hat dem Dax am Montag den Weg zu einem positiven Wochenstart geebnet. Der deutsche Leitindex Dax notierte am Montag Nachmittag 1,6 Prozent höher bei 14.012 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen, die zuletzt aus Sorge vor anziehender Inflation über die 1,5 Prozent gestiegen war, fiel ein wenig zurück auf etwa 1,4 Prozent.

Unterstützung kommt auch aus Übersee. Die Zustimmung des US-Repräsentantenhauses zu den geplanten zusätzlichen Konjunkturhilfen sowie die Zulassung eines weiteren Corona-Impfstoffs in den USA ermutigen Anleger zum Kauf von Rohstoffen. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um 1,6 Prozent auf 65,45 Dollar je Barrel. Kupfer gewinnt 0,7 Prozent auf 9136,50 Dollar je Tonne und das unter anderem als Inflationsschutz genutzte Gold legt 1,2 Prozent auf 1755 Dollar je Feinunze zu.

Dax

"Der Zinsanstieg ist zumindest vorerst gestoppt. Die verbale Intervention von Isabel Schnabel war die bisher deutlichste. Und sie hat ihre Wirkung nicht verfehlt", sagte Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Das Direktoriumsmitglied der EZB hatte am Freitag eine weitere Stützung der Wirtschaft signalisiert, falls dies durch einen starken Anstieg der Kapitalmarktzinsen notwendig würde.

Konjunkturell sind die Blicke an diesem Montag auf Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone und den USA gerichtet. Aus China kam keine positive Vorlage, was die Stimmung in der Wirtschaft betrifft: Im Februar sanken dort sowohl der staatliche Einkaufsmanagerindex als auch der vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" auf den tiefsten Stand seit Mai vergangenen Jahres.

Ansonsten bleibt die Corona-Lage mit der Sorge vor Mutationen mit gleichzeitigen Forderungen nach Lockerungen im Blick - und das geplante 1,9 Billionen US-Dollar schwere US-Konjunkturpaket. Dieses war in der Nacht zu Samstag im Repräsentantenhaus mit einer knappen Mehrheit durchgewinkt worden. In einem nächsten Schritt muss nun der Senat zustimmen.

Asiens Börsen im Vorwärtsgang

Die asiatischen Börsen haben sich am Montag stärker gezeigt. Die positive Stimmung der Anleger wurde von der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson in den USA angetrieben. Die Auslieferung soll ab Dienstag erfolgen. "Die Marktteilnehmer bleiben nervös wegen der Aussicht auf eine höhere Inflation, da die Wirtschaft dank der Impfstoffe, hoher Ersparnisse und solider fiskalischer und geldpolitischer Unterstützung wieder anspringt", sagte Rodrigo Catril, Stratege bei NAB.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 2,1 Prozent höher bei 29.565 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,6 Prozent und lag bei 1895 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,5 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,8 Prozent.

Euro hält sich bei 1,21 Dollar

Der Euro hat sich zu Wochenbeginn stabil an der Marke von 1,21 US-Dollar gehalten. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2085 Dollar und damit in etwa so viel wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag noch etwas höher auf 1,2121 Dollar festgesetzt.

USD/EUR

Am Montag stehen wichtige Konjunkturzahlen aus der Industrie auf dem Programm. In der Eurozone veröffentlicht das Forschungsunternehmen Markit seine Unternehmensumfrage aus dem verarbeitenden Gewerbe. In den USA gibt das Institut ISM seinen entsprechenden Indikator bekannt. Aus den Reihen der EZB äußern sich Präsidentin Christine Lagarde und Vizechef Luis de Guindos.

Nasdaq 100

Ölpreis legt deutlich zu

Die Ölpreise sind am Montag mit deutlichen Aufschlägen in die neue Woche gestartet. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 65,53 US-Dollar. Das waren 1,11 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Erdöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,08 Dollar auf 62,58 Dollar.

Angetrieben wurden die Erdölpreise durch die gute Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten. Hinzu kam der etwas schwächere Dollar, der den in der US-Währung gehandelten Rohstoff für Anleger außerhalb des Dollarraums günstiger werden ließ. Zurzeit rangieren die Ölpreise in der Nähe ihrer höchsten Stände seit gut einem Jahr.

Brent

Im Laufe der Woche rückt zunehmend die Förderpolitik des großen Ölverbunds Opec+ in den Mittelpunkt. Der Zusammenschluss muss über seine künftige Produktion entscheiden. Derzeit wird das Angebot künstlich knapp gehalten, um die Rohölpreise zu stützen, da die Nachfrage durch die Corona-Krise geschwächt ist.

cr/dpa-afx, Reuters
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