Börse am Dienstag Dax schließt im Plus, US-Börsen geben nach

Der Dax beendet den Handel mit leichten Gewinnen. In den USA notieren die wichtigsten Börsen im Minus. Gefragt sind allerdings die Aktien des US-Videodienstanbieters Zoom.
Wall Street in New York: Zoom überrascht die Anleger

Wall Street in New York: Zoom überrascht die Anleger

Foto: JUSTIN LANE / EPA

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag keine klare Richtung eingeschlagen. Während die Standardwerte im Dax  überwiegend moderat zulegten, tendierten Papiere aus der zweiten und dritten Reihe mehrheitlich schwächer. Der deutsche Leitindex pendelte im Handelsverlauf um die vielbeachtete Marke von 14.000 Punkten und behauptete sich letztlich darüber mit einem Plus von 0,19 Prozent bei 14.039,80 Zählern. Der MDax  der mittelgroßen Unternehmen sank hingegen um 0,43 Prozent auf 31.762,21 Punkte.

Dax

Vorerst nicht weiter beunruhigend für die Börsen ist die Situation an den Anleihemärkten. Die Rendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen lag zuletzt bei 1,42 Prozent. Sorgen vor steigender Inflation und in der Folge einem Anziehen der Zinsen hatten gerade in der vergangenen Woche die Aktienmärkte teils deutlich ausgebremst.

Die US-Börsen haben am Dienstag nach einem sehr starken Wochenauftakt geschwächelt. Belastend dürfte wirken, das China vor Bewertungsblasen an den ausländischen Kapitalmärkten warnte. Laut Guo Shuqing, der die Regulierungsbehörde China Banking and Insurance Regulatory Commission leitet, zeigen die hohen Kurse an der Wall Street und den europäischen Finanzmärkten in eine andere Richtung als die realwirtschaftliche Entwicklung.

Der Dow Jones Industrial, der sich nach dem Handelsstart zunächst richtungslos zeigte, gab zuletzt um 0,34 Prozent auf 31.427,01 Punkte nach. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,51 Prozent auf 3881,75 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100  verlor 1,00 Prozent auf 13.150,00 Punkte.

Nasdaq 100

Videodienstanbieter Zoom überrascht mit Mega-Zahlen

Mit Quartalszahlen und einem starken Ausblick rückten an der Nasdaq die Aktien von Zoom Video  in den Blick. Der Videokonferenz-Anbieter, dessen Aktien bereits am Vorabend in Erwartung starker Resultate kräftig zugelegt hatte, baute diese Gewinne nun etwas weiter aus. Die Papiere stiegen um 1,0 Prozent. Zoom Video rechnet nach dem explosiven Wachstum in der Corona-Krise in diesem Jahr mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung. Die Schätzungen für das erste Jahresviertel 2021 fielen dabei stärker als erwartet aus.

Daimler an Dax-Spitze

Die Daimler -Aktien sind am Dienstag deutlich gestiegen. Zuletzt notierten die Papiere des Fahrzeugkonzerns 2,19 Prozent höher bei 68,07 Euro und waren damit Spitzenreiter im Dax. Kurz zuvor hatten sie mit 68,42 Euro den höchsten Stand seit Mai 2018 erreicht. Am Vortag hatte Daimler die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Lkw-Hersteller Volvo bekannt gegeben. Beide Seiten arbeiten künftig gemeinsam an der Entwicklung von Brennstoffzellen-Antrieben für schwere Lastwagen. Das neue Unternehmen soll Cellcentric heißen. Volvo hat dazu für rund 600 Millionen Euro 50 Prozent der Anteile an der Firma Daimler Truck Fuel Cell gekauft.

Die Aktien des Kochboxenversenders Hellofresh  verloren gegen Mittag 3,1 Prozent. Die Analysten von JPMorgan schrieben, das Kundenwachstum in den USA sei im Schlussquartal nicht so stark wie gedacht gewesen. Auch eine Aufnahme in den Dax bleibt Hellofresh  zumindest im März wohl noch verwehrt.

Die Jahreszahlen und der Ausblick des Staplerherstellers Kion  färbten positiv auf den Aktienkurs ab, wie das Plus von 6,7 Prozent zeigte. Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank verwies auf starke Auftragseingänge. Im Kielwasser von Kion zogen auch die Anteilsscheine des Konkurrenten Jungheinrich  im SDax  um 2,9 Prozent an.

Teamviewer setzt auf Übernahmen

Der Softwareanbieter Teamviewer  ist weiter auf Einkaufstour und baut mit einer Übernahme in den USA den Bereich Augmented Reality für die Industrie aus. Das US-Unternehmen Upskill bietet Echtzeit-Schnittstellen über Datenbrillen und andere mobile Endgeräte, die unter anderem für Facharbeiter und Wartungsteams nützlich sein können. Anleger zeigten sich erfreut, es ging um 4,4 Prozent hoch.

Das Biotechunternehmen Morphosys  übertraf im abgelaufenen Geschäftsjahr die eigenen Ziele. Das half dem zuletzt schwächer gelaufenen Aktienkurs etwas auf die Beine. Die Titel gewannen 3,3 Prozent.

Infineon ersetzt Nokia im Eurostoxx 50

Der deutsche Chiphersteller Infineon ersetzt wie von Experten erwartet den finnischen Netzwerkausrüster Nokia im Eurostoxx 50. Umgesetzt wird die Änderungen am 22. März. Die Aktien haussieren schon seit einem Jahr.

Euro fällt kurz unter 1,20 Dollar

Der Euro hat am Dienstag leicht nachgegeben und ist kurzzeitig unter die runde Marke von 1,20 US-Dollar gefallen. Am Vormittag kostete die Gemeinschaftswährung zeitweise knapp 1,20 Dollar und damit so wenig wie letztmalig vor etwa einem Monat. Bis zum Mittag erholte sich der Euro und stieg auf 1,2030 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,2053 Dollar festgesetzt.

USD/EUR

Belastet wurde der Euro von einem steigenden US-Dollar. Die amerikanische Währung profitierte als Weltreservewährung zunächst deutlich von der gedämpften Stimmung an den Aktienmärkten. Allerdings hellte sich die Börsenstimmung im Tagesverlauf auf, woraufhin der Dollar einen Teil seiner Gewinne abgab. Der Euro konnte davon profitieren.

Einzelhandelsdaten aus Deutschland enttäuschten am Morgen die Erwartungen. Im Januar gingen die Erlöse der Branche coronabedingt stark zurück. Verbraucherpreisdaten aus der Eurozone fielen erwartungsgemäß aus: Die Gesamtinflation stagnierte im Februar auf 0,9 Prozent, die weniger schwankende Kernrate ging spürbar zurück.

Ölpreis etwas schwächer

Die Ölpreise haben sich am Dienstag bis zum Mittag nur wenig von der Stelle bewegt. Zunehmend rückt das Treffen des Ölverbunds Opec+ am Donnerstag in den Blick. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 63,13 US-Dollar. Das waren 13 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Erdöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stagnierte bei 60,61 Dollar.

Brent

Wenige Tage vor einem wichtigen Treffen des Ölverbunds Opec+ geht dem Ölpreisanstieg der vergangenen Wochen etwas die Puste aus. Seit Jahresanfang waren die Erdölpreise deutlich gestiegen, zuletzt sind sie jedoch unter Druck geraten. Ein Belastungsfaktor ist der stärkere US-Dollar, der Erdöl für Investoren außerhalb des Dollarraums rechnerisch verteuert und damit deren Nachfrage sinken lässt.

Am Donnerstag treffen sich die großen Ölfördernationen, um über ihre künftige Produktionsstrategie zu beraten. Über ihre Entscheidung besteht große Ungewissheit: Während der Ölriese Saudi-Arabien wegen der coronageschwächten Nachfrage eher für eine knappe Produktion eintritt, scheint der ebenfalls große Anbieter Russland eine höhere Förderung zu befürworten. Vor dem Treffen soll das Beobachtungskomitee JMMC zusammenkommen und eine Beschlussempfehlung abgeben.

mit Nachrichtenagenturen