Bitcoin und Co. im Aufwind Entspannte Notenbanker lassen Krypto-Währungen steigen

Topleute der Fed wie Vizechefin Lael Brainard signalisieren, dass die US-Notenbank bei ihren Zinserhöhungen zurückhaltender werden könnte. Investoren greifen deshalb bei risikoreichen Anlagen wieder zu – Kryptowährungen ziehen an.
"Eine Rezession kann womöglich vermieden werden": Fed-Vizechefin Lael Brainard blickt etwas optimistischer in die Zukunft

"Eine Rezession kann womöglich vermieden werden": Fed-Vizechefin Lael Brainard blickt etwas optimistischer in die Zukunft

Foto: KEVIN LAMARQUE / REUTERS

Nach den deutlichen Kursverlusten im vergangenen Jahr befindet sich die Kryptowährung Bitcoin wieder im Aufwind. Seit Jahresbeginn hat die Cyberdevise um fast 40 Prozent zugelegt und notiert nun wieder bei rund 23.000 US-Dollar. Am 21. Januar erreichte der Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp  mit 23.289 US-Dollar den höchsten Stand seit August 2022. Von ihrem im November 2021 erreichten Rekordhoch bei rund 69.000 US-Dollar ist die älteste und gemessen an der Marktkapitalisierung wertvollste Digitalwährung aber nach wie vor weit entfernt.

Profitiert hat der Kryptomarkt in den vergangene Wochen vor allem von der allgemein besseren Stimmung an den Finanzmärkten. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hatte zuletzt signalisiert, die Zinsen nicht mehr ganz so stark anzuheben wie zuvor. Laut Vizechefin Lael Brainard (61) steigen die Chancen für eine sanfte Landung der US-Wirtschaft, eine Rezession könnte womöglich vermieden werden. Auch der für seine straffe geldpolitische Haltung bekannte Fed-Direktor Christopher Waller (64) hatte sich jüngst für einen moderaten Umfang der Zinserhöhungen ausgesprochen und erklärt, er halte die US-Zinspolitik inzwischen für "fast ausreichend restriktiv". Die Inflationsrate in den USA ist im Dezember zum sechsten Mal in Folge gesunken und liegt nun bei 6,5 Prozent.

Im vergangenen Jahr hatte die Fed wegen der gestiegenen Preise die Leitzinsen in mehreren Schritten deutlich erhöht – auf eine Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent. Analysten gehen nun davon aus, dass die Fed Anfang Februar nachlegen wird, den Leitzins aber nur noch um einen viertel Prozentpunkt heraufsetzen wird. Davon profitieren Anlagen, die keine regelmäßigen Erträge wie Zinsen abwerfen und solche, die – wie Digitalwährungen – als besonders riskant gelten.

Der Bitcoin-Kurs war im vergangenen Jahr von etwas mehr als 46.000 US-Dollar bis auf weniger als 16.000 US-Dollar im November eingebrochen. Neben der Zinswende versetzte auch der Absturz der Kryptobörse FTX im November der gesamten Branche einen herben Schlag. Das Misstrauen gegenüber Krypto-Unternehmen stieg rapide, in der Folge gerieten zahlreiche Handelsplätze und Kryptofirmen ebenfalls in Schwierigkeiten.

mg mit Nachrichtenagenturen
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