Kryptowährung mit Kursrallye Bitcoin steigt auf höchsten Stand des Jahres

Die Kryptowährung legt deutlich zu und steigt auf das höchste Niveau seit Jahresbeginn. Sogar die Marke von 50.000 US-Dollar gerät wieder in den Blick. Dafür gibt es verschiedene Gründe.
Krisengewinner: Bitcoin hat nach dem Ausschluss Russlands aus dem Zahlungssystem Swift zweistellig zugelegt

Krisengewinner: Bitcoin hat nach dem Ausschluss Russlands aus dem Zahlungssystem Swift zweistellig zugelegt

Foto: PHILIPPE LOPEZ/ AFP

Die Kryptowährung Bitcoin hat ihre rasante Erholung fortgesetzt. Am Montag sieg der Kurs der ältesten und nach Marktwert größten Digitalwährung auf der Plattform Bitfinex zeitweise über die Marke von 48.000 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Jahresbeginn. Allein in den vergangenen drei Wochen hat Bitcoin rund 25 Prozent an Wert gewonnen. Anfang März notierte die Kryptowährung noch bei 38.000 US-Dollar.

Auch die zweitgrößte Kryptowährung Ether legte weiter zu und erreichte mit 3330 Dollar auf den höchsten Stand seit Mitte Januar. Alle 18 500 Digitalanlagen sind nach Angaben von Coinmarketcap derzeit rund 2,1 Billionen Dollar wert. Das Rekordhoch von vergangenem November beträgt knapp drei Billionen Dollar.

Anleger gehen wieder ins Risiko

Damit hat sich Bitcoin in den vergangenen drei Wochen noch rascher erholt als der breite Aktienmarkt, der ebenfalls seit dem Tief Anfang März zweistellig zugelegt hat. Digitalwerte wie Bitcoin gelten als besonders riskante Anlageform, die im Kurs stark schwanken können. Oft bewegen sich die Kurse mit der allgemeinen Stimmung an den Finanzmärkten, allerdings sind immer wieder Ausnahmen von diesem Muster zu beobachten. Einige Marktteilnehmer nennen weitere Einflussgrößen wie die Inflationsentwicklung oder die Kapitalmarktzinsen, wobei auch hier keine stabilen Zusammenhänge bestehen.

Die Sanktionen des Westens gegen Russland haben Bitcoin zuletzt eher gestützt: Der Bitcoin profitiert nach Aussagen aus Branchenkreisen von dem Ausschluss Russlands aus dem Kommunikationssystem Swift. Diese Entscheidung ist Teil der Wirtschaftssanktionen des Westens als Reaktion auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine.

Fluchtwährung für Privatpersonen

In der Tat ist es zwar vorstellbar, dass Privatpersonen Kryptowährung nutzen oder Vermögen in Kryptowährung tauschen, um sie der Kontrolle und den Sanktionen zu entziehen. Damit eignet sich Bitcoin und Co als Fluchtwährung für einzelne Privatpersonen. Wollen sie jedoch weiterhin Geschäfte machen, brauchen sie Geschäftspartner, die die Kryptowährung ebenfalls akzeptieren.

Der russischen Regierung dürfte in ihren internationalen Handelsgeschäften jedoch dieser Weg verbaut sein. Zu groß sind die Summen, die gehandelt werden. Für diese Handelsgeschäfte dürfte Russland zudem kaum einen Partner finden, der Kryptogeld als Währung akzeptiert.

Stattdessen dürfte Russland versuchen, sein eigenes Banken-Kommunikations und Zahlungssystem SPFS auszubauen, um eine Alternative zum Zahlungssystem Swift zu haben. Derzeit sind aber noch nicht einmal allle russischen Banken an SPFS beteiligt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, SPFS und das chinesische Interbanken-Zahlungssystem CIPS zu verbinden. Doch auch CIPS bringt es nur auf einen Bruchteil der Größe des Zahlungssystems Swift.

la/dpa-afx