Bitcoin-Absturz Kryptofirma Celsius Network verwehrt Kunden Zugriff auf ihre Vermögenswerte

Die einst 24 Milliarden Dollar schwere Kryptofirma Celsius Network verwehrt ihren Kunden weiter den Zugang zu ihren Geldern. Der Bitcoin-Absturz beschleunigt sich. Die wichtigste Cyberwährung fällt zwischenzeitlich unter 21.000 Dollar - seit Freitag ein Verlust von 30 Prozent.
Unter 21.000 US-Dollar: Der Bitcoin und andere Kryptowährungen brechen weiter ein

Unter 21.000 US-Dollar: Der Bitcoin und andere Kryptowährungen brechen weiter ein

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Paulo Lopes / ZUMA Wire / IMAGO

Die Turbulenzen bei Kryptowährungen wie Bitcoin bringen die Kryptofirma Celsius Network in die Bredouille. Wegen "extremer Marktbedingungen" werde Celsius Abhebungen und Überweisungen zwischen Konten pausieren. Mit anderen Worten: Celsius-Kunden ist der Zugang zu ihren Geldern verwehrt. "Wir ergreifen diese notwendige Maßnahme, um die Liquidität und den Betrieb zu stabilisieren, während wir Schritte unternehmen, um Vermögenswerte zu erhalten und zu schützen", teilte das Unternehmen am Montag in einem Blogbeitrag mit .

Die Nachricht setzte Kryptowährungen am Montag zusätzlich unter Verkaufsdruck und drückte den Bitcoin in der Nacht zu Dienstag unter die Marke von 21.000 Dollar. Seit Freitag hat der Bitcoin fast 30 Prozent verloren. Die Verkäufe hatten bereits am Wochenende eingesetzt, da Händler befürchteten, dass Celsius Network angesichts der Marktturbulenzen nicht mehr in der Lage sein werde, Rücknahmeanträge zu erfüllen.

Celsius Network verleiht Kryptowährungen, vergibt mit Kryptowährungen besicherte Kredite und bietet Sparprodukte für Kunden an, die ihre Kryptowährungen bei dem Unternehmen anlegen. Das Unternehmen betreibt Niederlassungen in den USA, Großbritannien und Litauen. Auf ihrer Webseite  wirbt die Firma mit jährlichen Renditen von bis zu 17 Prozent. Laut "Financial Times"  fanden diese risikoreichen Projekte zusehends weniger Zuspruch, nachdem sogenannte Terra-Token, die die Grundlage einer anderen beliebten Renditeplattform bildeten, innerhalb weniger Tage zusammenbrachen.

Der Wert der auf der Plattform von Celsius hinterlegten Vermögenswerte schrumpfte bis zum 17. Mai auf weniger als 12 Milliarden US-Dollar, nachdem er Ende 2021 noch mehr als 24 Milliarden Dollar betragen hatte. Per 17. Mai hatte das Unternehmen laut Webseite Kredite im Wert von 8,2 Milliarden US-Dollar abgewickelt. Ende 2021 hatte Celsius Network sich eine 750 Millionen US-Dollar schwere Finanzierung gesichert.

Mit dem am Montag vollzogenen Schritt handelt sich Celsius in Fachkreisen und bei Kunden scharfe Kritik ein: "Das heutige Update ist ein beispielloser Schritt, da Celsius Kunden effektiv daran hindert, auf ihre Vermögenswerte zuzugreifen. Ein solcher Schritt ist für ein Unternehmen der Größe von Celsius [...] weitgehend unbekannt", schreibt unter anderem "Krypto News Deutschland" .

Bitcoin stürzt unter 21.000 US-Dollar

Die Zinserhöhungen in den USA und eine stärkere Regulierung haben Kryptowährungen in den vergangenen Monaten unter Druck gesetzt. Mitte Mai erschütterte ein Kurseinbruch bei der Cyberdevise TerraUSD die Kryptobranche.

Der Bitcoin fiel am Montag erstmals seit Dezember 2020 wieder unter die Marke von 25.000 US-Dollar und baute seine Verluste vor dem Hintergrund der Hiobsbotschaften von Celsius Network seine Verluste deutlich aus: Am Dienstag brach die Cyberwährung in der Spitze um weitere zehn Prozent auf 20.794 Dollar ein und markierte damit ein frisches 1,5-Jahres-Tief. Ethereum rutschte um bis zu 13,4 Prozent auf 1074 Dollar ab, den tiefsten Stand seit Januar 2021.

Noch bis in den November vergangenen Jahres hinein hatten Digitalwährungen trotz einer bereits hohen Inflation weiter zugelegt. Einige Marktbeobachter sahen in Digitalwährungen wie Bitcoin damals trotz der extrem starken Schwankungen einen Schutz gegen eine Entwertung klassischer Währungen wie den Dollar. Das Bild hat sich mittlerweile komplett gewandelt. Das Rekordhoch des Bitcoins lag im November vergangenen Jahres bei 69.000 Dollar.

rei mit Reuters