Hedgefonds-Milliardär Bill Ackman schnappt sich Universal-Anteil

Bill Ackman hat es endlich geschafft: Der Hedgefonds-Milliardär hat sich für knapp drei Milliarden Dollar beim weltgrößten Musiklabel Universal, das Stars wie Billie Eilish unter Vertrag hat, eingekauft. Der Deal verlief allerdings anders als geplant.
Topstars unter Vertrag: Künstler wie Billie Eilish (im Bild), Lady Gaga oder Taylor Swift haben sich Universal gegenüber verpflichtet

Topstars unter Vertrag: Künstler wie Billie Eilish (im Bild), Lady Gaga oder Taylor Swift haben sich Universal gegenüber verpflichtet

Foto: Mike Blake/ REUTERS

Der französische Medienkonzern Vivendi hat eine 7,1-prozentige Beteiligung an der Universal Music Group (UMG) an den von US-Investor Bill Ackman (55) geführten Hedgefonds Pershing Square veräußert. Vivendi könnte weitere 2,9 Prozent bis zum 9. September an den Fonds verkaufen, teilt die Firma mit. Der Preis der Transaktion belaufe sich auf 2,8 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro). Damit wird der Konzern, bei dem Künstler wie Taylor Swift, Billie Eilish, Drake und Lady Gaga unter Vertrag insgesamt mit 35 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) bewertet.

Universal und Ackman hatten den Milliardendeal schon Anfang Juni bekannt gegeben. Der Hedgefonds-Milliardär wollte ursprünglich 10 Prozent von Universal über seinen Börsenmantel (Special Purpose Acquisition Company, Spac) Pershing Square Tontine Holdings (PSTH) erwerben. Dies wäre die bis dahin größte Übernahme einer solchen Börsenhülle gewesen. Doch da die US-Börsenaufsicht SEC Bedenken anmeldete, rollte er seinen milliardenschweren Deal neu auf. Die Aufsicht hatte die Sorge geäußert, dass das Vorgehen nicht den Regeln entsprechen könnte.

Spacs werden meist von bekannten Managern oder Investoren aufgelegt und an die Börse gebracht. Die Investoren wissen zum Zeitpunkt ihrer Anlage noch nicht, welche Firma von der leeren Börsenhülle einmal übernommen werden wird. Normalerweise fusionieren Spacs mit den Übernahmezielen. Der Deal zwischen Ackmans PSTH und Universal Music brach jedoch mit dieser Form. Anstatt mit dem Musiklabel zu fusionieren, wären die PSTH-Investoren Aktionäre von Universal Music geworden, bevor das Unternehmen am 21. September wie geplant in Amsterdam an die Börse geht.

Ackman unter Zeitdruck

Vivendi besaß zuletzt 80 Prozent an Universal Music, der Rest befindet sich in den Händen eines vom chinesischen Technologiegiganten Tencent angeführten Konsortiums. Die Franzosen wollen rund 60 Prozent des Universal-Kapitals an die Börse bringen. Im ersten Halbjahr 2021 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro.

Der Wert von Musikunternehmen ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen, da Streamingdienste wie Spotify die Branche beleben und Milliarden an Tantiemen an die Musiklabels abführen. Die Top 3 der Branche - Marktführer Universal, Sony Music und Warner Music - kontrollieren fast 80 Prozent des Marktes, der sich laut Goldman Sachs bis 2030 mehr als verdoppeln und 45 Milliarden Dollar erreichen soll.

Für seine Börsenhülle PSTH muss Ackman nun ein anderes Unternehmen finden. In Zeiten, in denen die Euphorie für den Investmenttypus Spac am US-Markt stark nachgelassen hat, ein schwieriges Unterfangen. Schließlich galt schon der ursprünglich geplante Anteilskauf an Universal als eine Notlösung. Von den zwei Jahren, die ein Spac grundsätzlich Zeit hat, um ein anderes Unternehmen zu übernehmen, sind nun nur noch rund zwölf Monate übrig.

mg/Reuters