Freitag, 26. April 2019

Börsenprofi Carsten Klude erklärt Warum die Euro-Talfahrt vorerst beendet ist

5. Teil: Inflationserwartungen in Europa im Sinkflug

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Eine wichtige Determinante bei der Festlegung ihrer Geldpolitik sind für die EZB die mittelfristigen Inflationserwartungen des Marktes. Sie geben Aufschluss darüber, wie die Entwicklung der Verbraucherpreise auf mittlere Sicht von den Kapitalmarktteilnehmern eingeschätzt wird. Aktuell entfernen sich die mittelfristigen Inflationserwartungen, gemessen an der erwarteten Inflation in fünf Jahren für fünf Jahre, aber immer weiter vom Ziel der EZB einer Inflation nahe aber unter 2 Prozent.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig, aber zwei Aspekte unterstützen unser Einschätzung besonders, dass die EZB weiterhin auf eine sehr expansive Geldpolitik setzen wird. Zum einen sind dies die anhaltend niedrigen Rohstoffpreise insbesondere für Öl. Denn hier ist aufgrund des weiterhin vorhandenen Angebotsüberhangs nicht von einer zeitnahen und nachhaltigen Entspannung auszugehen. Zum anderen schwächt sich aktuell weltweit das Wirtschaftswachstum ab, so dass auch von dieser Seite nicht mit einem Preisauftrieb zu rechnen ist.

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