Montag, 24. Juni 2019

Kurs bricht zweistellig ein Erneute Short-Attacke auf Wirecard?

Wirecard-Kreditkarte ermöglicht bargeldlosen Zahlungsverkehr

Die Aktien von Wirecard sind nach einem kritischen Bericht zur Übernahme eines indischen Konkurrenten durch den Zahlungsabwickler auf Talfahrt gegangen. Die Aktien drehten am späten Dienstagvormittag ins Minus, verloren binnen Minuten knapp 12 Prozent und erholten sich dann rasch wieder.

Der bis dahin unbekannte Research-Dienst "Southern Investigative Reporting Foundation" (SIRF) behauptete auf seiner Website, bei einem Indien-Deal im Jahr 2015 sei ein Großteil der Kaufsumme nicht beim Verkäufer angekommen. Wirecard wies die Vorwürfe zurück. "Die Darstellung ist falsch und entbehrt jeglicher Substanz", so eine Sprecherin.

Die Anschuldigungen sind nicht neu. Vor knapp zwei Jahren erst hatte ein kurzzeitig im Internet kursierender Angriff des bis dahin ebenfalls unbekannten Analyse-Dienstes "Zatarra" schon einmal einen tiefen Sturz der Papiere ausgelöst. Seinerzeit war die Marktkapitalisierung des Unternehmens in kurzer Zeit um bis zu 1,3 Milliarden Euro eingebrochen.

Wirecard Börsen-Chart zeigen wies die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen gegen das Unternehmen erhärteten sich nicht. Allerdings schaltete die Finanzaufsicht Bafin die Staatsanwaltschaft ein, die wegen des Verdachts der Marktmanipulation gegen mehrere Verdächtige außerhalb des Unternehmens ermittelt.

Vermutet wird, dass das Unternehmen Opfer einer sogenannte Short-Attacke geworden ist. Dabei profitieren einzelne Investoren von fallenden Aktienkursen. Bei den sogenannten Leerverkäufen werden geliehene Aktien verkauft und nach einem Kursrückgang billiger zurückgekauft.

manager magazin und Mynd erklären: So funktionieren Short-Attacken

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Bild: Mynd

Wirecard ist laut Händlern wegen des komplexen Geschäftsmodells, des raschen Wachstums und nicht zuletzt wegen des rasanten Kursanstiegs in den vergangenen Jahren anfällig für Angriffe dieser Art geworden und entsprechend auch immer wieder deren Ziel. Seit Anfang 2017 sind die Aktien aber wieder um rund 160 Prozent gestiegen.

Analysten von Banken und Brokern sind für Wirecard-Aktien auch nach der fulminanten Kurs-Rally noch immer überwiegend positiv gestimmt: Von 17 im dpa-AFX Analyser gelisteten Experten raten gegenwärtig zehn zum Kauf der Papiere und nur einer zum Verkauf. Die Optimisten argumentieren vor allem mit einem immer dynamischeren Wachstum von online getätigten Finanztransaktionen.

mg/rtr/dpa-afx

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