Donnerstag, 19. September 2019

MDax-Konzern bestätigt Fusionspläne Wincor Nixdorf steht vor Milliardenübernahme

Wincor Nixdorf: Schwache Nachfrage nach Geldautomaten

Der Geldautomaten- und Kassensystemhersteller Wincor Nixdorf Börsen-Chart zeigen steht vor einer Milliardenübernahme durch den US-Konzern Diebold Börsen-Chart zeigen. Beide Unternehmen sprächen über einen möglichen Zusammenschluss, teilte Wincor am Samstag in Paderborn mit. manager-magazin.de hatte bereits am Freitag über entsprechende Pläne berichtet.

Das Übernahmeangebot sieht eine Kombination aus Barmitteln und Diebold-Aktien vor. Dies entspreche einem Wert von 52,50 Euro je Aktie der Wincor Nixdorf AG - ein satter Aufschlag zum Kursschluss der Wincor-Aktie am Freitag von 38,90 Euro. Bei 33 Millionen Aktien entspricht das Angebot einer Bewertung des im MDax gelisteten Unternehmens in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro.

Diebold mit Sitz in North Canton im US-Bundesstaat Ohio ist ein Hersteller von Hard- und Softwaresystemen für Selbstbedienungsautomaten. Die Gesellschaften hätten bereits am 24. September ein Eckpunktepapier über einen möglichen Zusammenschluss abgeschlossen, teilte Wincor Nixdorf weiter mit. Die Übernahme sei aber noch offen und hänge auch von weiteren Prüfungen ab.

Mit dem Zusammenschluss könne die Digitalisierung in der Bankenbranche vorangetrieben werden, wie es in Konzernkreisen hieß. Wincor ist stark in Europa, Diebold in den USA.

Der Paderborner Konzern kämpft seit Jahren mit einer schwachen Nachfrage vor allem nach Geldautomaten. Wincor Nixdorf hatte bereits ein Sanierungsprogramm gestartet, zu dem auch ein Stellenabbau gehört. Von rund 9200 Arbeitsplätzen sollen rund 1100 Jobs gestrichen werden, davon 500 in Deutschland, wie das Unternehmen im April bekanntgegeben hatte. Außerdem will Wincor Nixdorf die Kosten massiv senken und die Kapazitäten besonders im schwach laufenden Hardware-Geschäft anpassen, etwa bei der Herstellung von Geldautomaten. Konzentrieren will sich der Konzern auf das Softwaregeschäft.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014/2015 waren Umsatz sowie operatives Ergebnis bei Wincor Nixdorf deutlich zurückgegangen. Die Erlöse sanken um 2 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro, das operative Ergebnis verringerte sich wegen Kosten für die Restrukturierung um mehr als die Hälfte auf 40 Millionen Euro.

ts/dpa-afx

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