Sonntag, 21. April 2019

Wackelbörse Was Millionäre vom Rest der Anlegerwelt unterscheidet - außer ihren Millionen

Reichtum: Mit viel Geld lässt sich viel kaufen - und eben auch investieren

Die Schaukelbörse macht Anleger weltweit nervös. Das gilt für Millionäre wie für normale Anleger. Doch Anleger mit tiefen Taschen reagieren auf die Kursschwankungen anders als weniger betuchte Investoren, wie eine US-Erhebung zeigt.

Hamburg - Die Börsen schwanken weltweit stark. Gelang zuletzt noch eine Wohlfühlwoche, lassen diese Woche die verdüsterten Aussichten für die deutsche Konjunktur sowie die Hoffnung auf weiterhin billiges Geld der Notenbanken die Kurse tanzen. Im Schnitt sank deswegen das Vertrauen der Großinvestoren, vermeldet State Street Global Exchange.

Die Schlussfolgerungen, die Millionäre aus diesem volatilen Umfeld ziehen, unterscheiden sich indes deutlich von denen jener Anleger ohne Millionen im Hintergrund. Denn Millionäre sind offenbar weitaus risikobereiter als andere Investoren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung der Beratungsgesellschaft Spectrem Group, die auf der Website "millionaire corner" zu finden ist.

Spectrem untersucht monatlich das Verhalten wohlhabender US-Anleger und gießt es in eine Kurve, die zwischen 0 und unendlich pendeln kann. Dabei unterteilt das Unternehmen Anleger in Millionäre und Nicht-Millionäre (zwischen 100.000 Dollar Vermögen bis eine Million Dollar). Letztere halten sich derzeit lieber an der Seitenlinie auf, sprich, investieren nicht und halten ihr Geld im Trockenen. Um 8,5 Punkte stieg die Bereitschaft für diese Art des Stillhaltens, auf 44,8. Das ist der erste Zuwachs seit 3 Monaten.

Bei den Millionären indes stieg die in Punkte gegossene Skepsis deutlich weniger, um lediglich 1,1 Punkte auf 32,8. Der Wert ist deutlich niedriger als bei den Anleger mit weniger tiefen Taschen.

Und wie investieren Millionäre tatsächlich? Bei 35,8 Punkten liegt ihre Bereitschaft, in Aktien zu investieren, 5,4 Punkte weniger als im Vormonat. Bei Nichtmillionären notiert der Wille zur Aktie mit 24,1 Punkten deutlich niedriger - und die Fluchtbewegung ist mit 10,8 Punkten weitaus deutlicher ausgeprägt.

Das gleiche Bild zeigt sich bei Immobilien. Während Millionäre optimistisch in die Zukunft blicken und ihr Wille zum Betongold bei 9 Punkten liegt, ein Plus von 1,1 Punkten, liegt diese Größe bei Nicht-Millionären bei 3,5 Punkten.

Die Gründe für die erhöhte Risikobereitschaft der Millionäre nennt Spectrem nicht. Es könnte deren Erfahrung oder ihr Zugang zu Beratern sein. Es könnte aber auch schlicht die Tatsache sein, dass Millionäre einfach mehr Spielgeld haben.

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