Samstag, 25. Januar 2020

Investieren wie Hedgefonds Wie Anleger ihr Geld beschützen - auch in turbulenten Zeiten

Nichts stört den Flug des Adlers: Bei dieser Jagd in China kommen die Greifvögel zum Einsatz. Eine ähnlich ruhige Hand wie die Jäger brauchen auch die Fondsmanager der "Allwetter-Fonds"
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Nichts stört den Flug des Adlers: Bei dieser Jagd in China kommen die Greifvögel zum Einsatz. Eine ähnlich ruhige Hand wie die Jäger brauchen auch die Fondsmanager der "Allwetter-Fonds"

3. Teil: Anleihen kaufen, wenn sie teuer sind?

"2013 war unser erstes und einziges Verlustjahr. Die Kritiker sahen sich dadurch bestätigt", sagt Bartenwerffer. Die Vorwürfe von Risk-Parity-Feinden: Der Ansatz sei unsinnig und gefährlich, weil er darauf hinauslaufe, ausgerechnet am Ende einer mehr als 30 Jahre währenden Anleihe-Kursrally stark auf bereits teure Bonds zu setzen.

Aquila und andere Risk-Parity-Anbieter haben seit 2013 auf die Kritik reagiert - und zusätzliche Schutzsysteme eingeführt. "Wir hatten vor 2013 unterschätzt, wie schwierig es heutzutage ist, wirklich zu diversifizieren", sagt Bartenwerffer. "Früher haben Bonds in unserer Strategie um zehn Prozent zugelegt, wenn Aktien um zehn Prozent fielen. Heute gewinnen Bonds dann vielleicht noch zwei Prozent."

Seit November 2014 setzt Aquila ein neues Risikomanagementsystem ein. Grundlage ist die so genannte Verlustvolatilität, die Stärke der Ausschläge nach unten.

"Bis es irgendwann rumst"

Das System hat auch schon zwei Mal in das Portfolio eingegriffen. In der zweiten Februarhälfte, vor der Verlängerung der Hilfsmaßnahmen für Griechenland, reduzierte es das Risiko im Fonds. Ende des Monats war er zurück bei der vollen Risikoexposure.

"Echte Krisen funktionieren so, dass es irgendwann rumst, die Indizes fallen um zweistellige Prozentwerte", sagt Bartenwerffer, "dafür haben wir unser Risikomanagement." Außerdem setzt Aquila künftig auf so genannte Faktorprämien, die auch in einer langjährigen Deflation Rendite bringen können. Damit sorgt das Fondsmanagement für den Fall vor, dass Europa in eine ähnliche Lage gerät wie Japan seit den 90er Jahren.

"Wir bleiben bei unseren Anlageklassen. Aber wir nutzen beispielsweise bei Anleihen stärker die unterschiedliche Steilheit von Zinskurven in verschiedenen Marktsegmenten." Bei Rohstoffen suche das Modell solche, bei denen Anleger für das langfristige Investment belohnt werden, weil Futures mit einem Liefertermin des Rohstoffs in mehreren Jahren günstiger sind als Terminkontrakte mit einem Liefertermin in der nahen Zukunft.

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