Sonntag, 26. Januar 2020

Versuch der Regulierung bei Fonds Ist Ihr Erspartes systemrelevant?

Schattenbanken sind es, die die Regulierer aufs Korn nehmen: Die Kernfrage - gehören auch normale Investmentfonds dazu?
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Schattenbanken sind es, die die Regulierer aufs Korn nehmen: Die Kernfrage - gehören auch normale Investmentfonds dazu?

Sie sind Treuhänder fremden Geldes, sind "value-driven" oder Freunde des "top-down-Ansatzes". Alles - nur nicht systemrelevant. Genau das aber ist die Vorstellung der Regulierer weltweit. Bestimmte Investmentfonds sollen "systemrelevant" sein, eine Gefahr für die Weltwirtschaft. Und entsprechend müssten sie und die Fondsgesellschaften stärker an die Kandare genommen werden.

Das ruft Männer wie Thomas Richter auf den Plan. Er hat schon einiges gesehen. War lange bei der Fondsgesellschaft DWS, begann dort unter anderem in der Pressestelle und arbeitete sich langsam hoch. Inzwischen ist er Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI). Richter und sein Verband schießen nun Sperrfeuer gegen die Regulierer. Ihre Kernthese: Fonds sind nicht systemrelevant.

Die Angst vor dem S-Wort

Sparvermögen, in beispielsweise Mischfonds geparkt - systemrelevant wie eine Investmentbank? Die Ursprünge dieser Idee der Regulierer reichen zurück ins Jahr 2011. Damals hatten sich die G20-Staaten, die Vereinigung der Wertpapieraufsichtsbehörden Iosco und der Finanzstabilitätsrat (FSB) darauf geeinigt, nach Kriterien zu suchen, anhand derer man die Systemrelevanz der Schattenbanken bejahen oder verneinen könne. Von Finanzinstituten also, die anderen Geld zur Verfügung stellen, ohne eine Bank zu sein. Eben eine Schattenbank. Wäre eine davon "to big to fail", dann wäre sie eben systemrelevant.

2014 hatten die Akteure dann tatsächlich bestimmte Kriterien vorgeschlagen, zum Beispiel Grenzwerte des Fondsvolumens, und die betroffenen Häuser gebeten, Kritik bis Ende Mai 2015 zu üben. Die Frist lief am vergangenen Freitag ab, die erbetene Kritik folgte prompt.

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