Montag, 17. Juni 2019

Nur kein Neid Warum Erben gerecht ist

Nur kein Neid: Bei unzähligen vererbten Immobilien haben die Erben schon lange vor dem Erbfall bei Instandhaltung, Reparaturen und Erweiterungen mit angepackt und oft auch Geld investiert.

2. Teil: Die Urform des Eigentums ist Familienbesitz

Das wird dann gerne mit einer anderen haltlosen Behauptung gekontert: die ewig immer weiter aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich. Einmal abgesehen davon, dass bei uns Armut relativ definiert wird, vollkommen unabhängig vom stetig steigenden Niveau der Lebensverhältnisse, stimmt das schlichtweg nicht: Die Schere klafft weder besonders auf, noch immer weiter. In Deutschland herrscht historisch und global einzigartiger Wohlstand für alle. Im Human Development Index der Vereinten Nationen nimmt Deutschland den sechsten Platz von 187 Ländern ein. Berücksichtigt man dazu noch die jeweilige Ungleichheit in den Ländern, verbessern wir uns sogar noch um einen Platz auf den fünften. Jeder kann sich bei uns seinen Kuchen selber verdienen - wenn er will.

"Kann er nicht", schallt es dann von der Erben-ist-ungerecht-Fraktion zurück. Deswegen müssten eben Erbschaften besteuert werden, um Chancengerechtigkeit herzustellen. Besser noch: Chancengleichheit. Ein Albtraum, der letztlich nur durch Zwangsverdummung zu erreichen wäre. Jedenfalls mimt man den Bildungs-Robin-Hood, schürzt die Zweckbindung von Steuern vor und behauptet, dass der Bildungserfolg vom Geldbeutel der Eltern abhängt.

Buchtipp
Gerd Maas
Warum Erben gerecht ist
Schluss mit der Neiddebatte


FinanzBuch, September 2015, 224 Seiten, gebunden, 19,90 Euro

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Und da werden dann wieder Phrasen gedroschen. Freilich ist der Zusammenhang von materieller Ausstattung und Bildung belegt, aber Korrelation bedeutet noch lange nicht Kausalität. Tatsächlich hängt der Bildungserfolg in erster Linie von der Motivation ab, vom Lernen-Wollen. Wissensdurst, Bildungshunger und streben nach Unabhängigkeit. Wer das mitbringt, findet sicher einen erfolgreichen Weg durch unsere Ausbildungssysteme. Und gute Bildung ist hier und heute annähernd eine Garantie für Arbeit und Wohlstand.

Die Liste der hohlen Sprüche rund ums Vererben und Schenken ließe sich noch um einiges verlängern, zum Beispiel um die diffus alleserklärende "soziale Gerechtigkeit" oder die fadenscheinige Befürchtung, dass Geld den Charakter verdirbt. Diskreditiert wird mit all dem die natürliche Selbstverständlichkeit der generationenübergreifenden Vermögensbildung und Vorsorge.

Die Urform des Eigentums ist Familienbesitz. Die Familie ist die entscheidende subsidiäre Einheit der Gesellschaft. Die Familie ist der Träger der Erhardschen sozialen Marktwirtschaft, auf dass sich jeder im Leben selbst bewährt, und der Staat sich nur darum kümmert, dass man dazu in der Lage ist. Individuelle Vermögensbildung und deren Vererben haben die Kapitalstöcke gebildet, auf denen annähernd unsere ganze Wertschöpfung baut - knapp zwei Drittel aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze sind in Familienunternehmen und auch unsere großen Kapitalgesellschaften sind ja vielfach aus Familienunternehmen hervorgegangen. Wer sollte das sonst übernehmen. Der Großteil der Bürger zeigt wenig Interesse an investiver Kapitalanlage und das Unvermögen von Staatswirtschaften hat uns die Geschichte inzwischen ausreichend gelehrt.

Der große Ökonom Frédéric Bastiat hat uns gelehrt, stets nicht nur die naheliegenden, sondern auch die nächsten und übernächsten Konsequenzen von politischem Handeln im Auge zu haben: nicht nur die Steuereinnahme, sondern auch wer mit dem Geld vielleicht das Sinnvollere anstellt.

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