Hedgefonds-Chef Singer kommt Warren Buffett in die Quere Börsenstar vs Finanzhai - Kampf der Promi-Investoren

Wetteifern um einen Stromversorger: Investor Warren Buffett (l.) will Oncor aus Texas übernehmen - Hedgefonds-Chef Paul Singer ist Buffetts Angebot aber zu niedrig

Wetteifern um einen Stromversorger: Investor Warren Buffett (l.) will Oncor aus Texas übernehmen - Hedgefonds-Chef Paul Singer ist Buffetts Angebot aber zu niedrig

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Es sah eigentlich so aus wie ein weiterer erfolgreicher Milliardendeal, den die US-Investmentlegende Warren Buffett gewohnt reibungslos unter Dach und Fach bringen würde: Für neun Milliarden Dollar will seine Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway das angeschlagene US-Versorgungsunternehmen Energy Future Holdings (EFH) übernehmen. Darin enthalten: Die Mehrheit am größten texanischen Stromanbieter Oncor, der durch die Berkshire-Offerte mit 18 Milliarden Dollar bewertet wird.

Mit den zehn Millionen Oncor-Kunden in Texas, so die "Financial Times", könnte Berkshire die Zahl seiner Kunden in der Energiesparte auf einen Schlag verdoppeln.

"Oncor passt exzellent zu Berkshire Hathaway", zitiert die Zeitung Multimilliardär Buffett. "Oncor ist eine großartige Firma mit ebensolchen Werten und herausragenden Anlagen."

Das war allerdings in der vergangenen Woche. Inzwischen hat sich ein anderer prominenter Player an den Finanzmärkten zu der geplanten Transaktion zu Wort gemeldet - und der dürfte die Freude des erfolgsverwöhnten Investors Buffett ein wenig getrübt haben. Die Rede ist von Paul Singer, Chef des Hedgefonds Elliott Management und bekannt für seine Eingriffe in laufende Übernahmeprozesse, in denen er regelmäßig versucht, die Preise in die Höhe zu treiben. So geschehen bei der Übernahme des deutschen Kranherstellers Demag Cranes durch den US-Konzern Terex und beim Kauf von Kabel Deutschland durch Vodafone.

Und nun offenbar auch in diesem Fall. Elliott ist Hauptgläubiger der seit 2014 in der Insolvenz befindlichen EFH-Gruppe. Als solcher sollte er also Buffetts Übernahmeplänen zustimmen - doch genau das tut er nicht, wie aus Unterlagen hervorgeht, die Elliott in dieser Woche in Umlauf brachte.

Vielmehr kritisiert Investmentprofi Singer, die Bewertung von 18 Milliarden Dollar für Oncor sei zu niedrig. Und er eröffnet einen Plan, an dessen Ende Elliott selbst zum Mit-Inhaber Oncors werden könnte. Bei einer solchen Elliott-Offerte würde Oncor mit 18,5 Milliarden Dollar bewertet, schreibt die "FT" mit Verweis auf die entsprechenden Unterlagen.

Er würde jede Offerte unterstützen, die diese Bewertung des Unternehmens übersteige, so Elliott-Chef Singer. Das Angebot von Berkshire biete jedoch nicht den ausreichenden Gegenwert für Oncor.

Investmentlegende Warren Buffett befindet sich damit in der Klemme: Um bei Oncor ans Ziel zu kommen, benötigt er die Zustimmung der Gläubiger des Unternehmens, namentlich also auch jene von Elliott Management. Buffett wird daher wohl oder übel auf Singers Querschuss reagieren müssen: Entweder er erhöht sein Angebot - oder er verzichtet auf den Deal.

Eine Reaktion von Berkshire Hathaway auf die Wortmeldung von Elliott Management gab es zunächst nicht.

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