Dienstag, 20. August 2019

Milliardär verschenkt 3,6 Milliarden Dollar Warren Buffett hat es wieder getan

Sie spenden große Teile ihres Vermögens: Warren Buffett (l). Microsoft-Gründer Bill Gates

Walmart-Erbe Jim Walton oder Home-Depot-Gründer Bernie Marcus haben es dieser Tage angekündigt, sie wollen Milliarden für wohltätige Zwecke verschenken. Amazon-Großaktionärin MacKenzie Bezos will es ebenso - auch wenn es Zeit, Kraft und Sorgfalt erfordern werde, sie werde einen Großteil ihres Vermögens von 36 Milliarden Dollar spenden, "bis der Safe leer ist", wie sie der "Financial Times" erklärte.

Viele reiche US-Amerikaner haben ein Problem: Sie können ihr Geld gar nicht so schnell verschenken, wie sie es möchten. Das hält sie gleichwohl nicht davon ab, es trotzdem immer wieder zu versuchen. Investorenlegende Warren Buffett spendet schon seit Jahren Stück für Stück große Teile seines Vermögens an Wohltätigkeitsorganisationen: Seit 2006 kamen so insgesamt 34,5 Milliarden Dollar für wohltätige Zwecke zusammen.

Am Montag kündigte seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway an, weitere Aktien im Wert von 3,6 Milliarden Dollar abzugeben. Der Großteil davon geht an die Stiftung der befreundeten Microsoft-Gründer Bill Gates und dessen Frau Melinda, wie Bloomberg berichtet.

Buffett hatte zusammen mit Bill Gates im Jahr 2010 die Initiative "The Giving Pledge" gegründet, die immer mehr Superreiche um sich versammelt, die einen Großteil ihres Vermögens dem Gemeinwohl zugutekommen lassen wollen. Buffett ist laut "Forbes"- mit einem Vermögen von 87,5 Milliarden Dollar der viertreichste Mensch der Welt.

Schere zwischen Arm und Reich in den USA geht weiter auseinander

Die jüngsten Spendenankündigungen erfolgen in einer wieder verstärkt geführten Debatte in den USA, wie die reichsten Amerikaner ihr Geld am besten einsetzen sollten, um Einkommensungleichheit und andere wirtschaftliche Ungleichgewichte zu beseitigen.

So sorgten erst vor wenigen Tagen der US-Milliardär George Soros und 19 weitere superreiche US-Amerikaner mit einem Aufruf für Schlagzeilen, in dem sie eine höhere Besteuerung von großen Vermögen fordern: "Amerika hat eine moralische, ethische und wirtschaftliche Verantwortung, unser Vermögen stärker zu besteuern" - etwa zur Bekämpfung des Klimawandels oder wirtschaftlicher Ungleichheit, heißt es in dem Appell.

Die US-Zentralbank Fed hatte zuletzt herausgefunden, dass in den vergangenen 30 Jahren das reichste Prozent der US-Amerikaner sein Vermögen um 21 Billionen Dollar steigern konnte. Im gleichen Zeitraum fiel das Vermögen der ärmeren Hälfte der US-Bevölkerung demnach um 900 Milliarden Dollar.

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