Hedgefonds erhöht Druck auf VW TCI fordert Niedersachsen zum Rückzug im VW-Aufsichtsrat auf

Will VW zu mehr Produktivität zwingen: Hedgefonds-Chef und VW-Anteilseigner Chris Hohn

Will VW zu mehr Produktivität zwingen: Hedgefonds-Chef und VW-Anteilseigner Chris Hohn

Foto: Getty Images

Der britische Hedgefonds TCI erhöht den Druck auf Volkswagen. Der Investor forderte Niedersachsen auf, seine zwei Aufsichtsräte aus dem 20-köpfigen Kontrollgremium abzuziehen. Das mit 20 Prozent an dem Konzern beteiligte Land solle dem neuen Management erlauben, Maßnahmen zur Produktivitäts- und Effizienzsteigerung durchzusetzen. Für das Land sitzen Ministerpräsident Stephan Weil und Wirtschaftsminister Olaf Lies (beide SPD) in dem Kontrollrat.

TCI-Chef Chris Hohn hatte vor wenigen Tagen im Gespräch mit manager magazin online und später auch über einen Brief den Aufsichtsrat und den Vorstand des Konzerns attackiert und zu Reformen aufgefordert.

Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen hatte der als aggressiver Investor bekannte Hedgefonds in den Wochen zuvor für 1,2 Milliarden Euro rund 2 Prozent der Vorzugsaktien von Volkswagen gekauft. Hohn will erreichen, dass Europas größter Autobauer flexibler und profitabler wird und mehr Geld an seine Aktionäre ausschüttet.

Hohn hat schon so manchen Feldzug gegen einzelne Unternehmen geführt. In Deutschland hatte sein Angriff auf die Deutsche Börse 2005 den Rücktritt des damaligen Vorstandschefs Werner Seifert und große Umbauten im Konzern nach sich gezogen.

Ob Hohn mit seinem Vorstoß Erfolg haben wird, gilt als ungewiss. Die Mehrheit der stimmberechtigten Stammaktien von Volkswagen liegt in der Hand der Familien Porsche und Piech. Das Land Niedersachsen hat für wesentliche, die Produktion betreffende Entscheidungen eine Sperrminorität.

rei mit Reuters