Folgen des Abgasskandals VW will mehr sparen und mehr Elektroautos bauen

Von mm-newsdesk
Porsche Mission E: Nicht nur Porsche, der ganze Volkswagen-Konzern will als eine Konsequenz des Abgasskandals mehr Elektroautos auf den Markt bringen

Porsche Mission E: Nicht nur Porsche, der ganze Volkswagen-Konzern will als eine Konsequenz des Abgasskandals mehr Elektroautos auf den Markt bringen

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11.37 Uhr: Der VW-Skandal drückt Konjunkturerwartung für Deutschland: Denn Börsenprofis bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wegen des Skandals und schwächelnder Schwellenländer schlechter. Das Barometer für ihre Konjunkturerwartungen fiel im Oktober bereits den siebten Monat in Folge - und zwar um 10,2 auf 1,9 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit. Ökonom Holger Sandte von Nordea sagte in einer ersten Reaktion: "Der Rückgang der ZEW-Erwartungen kommt nicht überraschend, denn die jüngsten Auftrags-, Produktions- und Exportzahlen waren schlecht. Auch 'Dieselgate' wird wohl eine Rolle spielen."

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11.13 Uhr: Volkswagen will wegen der hohen Kosten für den Abgas-Skandal eine Milliarde Euro weniger pro Jahr als bislang geplant investieren - zusätzlich zu den bis 2017 geplanten fünf Milliarden Euro. Das Sparprogramm werde beschleunigt, teilte der Autokonzern mit. Zugleich kündigte VW-Markenchef Diess eine Neuausrichtung der Modellpolitik an. Dadurch sollen mehr Elektroautos und Fahrzeuge mit Plug-in-Hybridantrieb auf den Markt gebracht werden. Das Baukastensystem des Konzerns wird nun auch für Elektroautos angewendet. VW drohen wegen der Manipulation von Abgastests bei Dieselfahrzeugen Milliardenkosten.

10.15 Uhr: Die Ermittlungen der US-Anwaltskanzlei Jones Day zum VW-Abgas-Betrug werden wohl Monate andauern, sagt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Die Untersuchungen würden auf Beschluss des Aufsichtsrates mit hoher Akribie betrieben. "Unvermeidbar ist dabei, dass angesichts des Umfanges der Untersuchung deren Abschluss erst in einigen Monaten zu erwarten ist", sagte der SPD-Politiker im Landtag in Hannover.

9.50 Uhr: Die Krise des Mutterkonzerns VW hat offenbar eine erste konkrete Auswirkung für den Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Der Verein hat die Planungen für den 30 bis 40 Millionen Euro teuren Neubau des Leistungszentrums für seinen Nachwuchs vorerst gestoppt. Das berichteten übereinstimmend die "Bild" und die "Wolfsburger Nachrichten". Der neue VW-Chef Matthias Müller hatte zuvor angekündigt, angesichts der drohenden Milliardenstrafen in der Abgas-Affäre alle Investitionen des Konzerns auf den Prüfstand stellen zu wollen. Wie weit der VfL als hundertprozentige Tochter des VW-Konzerns insgesamt von den Sparmaßnahmen bei Volksagen betroffen sein wird, ist aber weiterhin nicht abzuschätzen.

VfL-Wolfsburg-Manager Klaus Allofs: Wegen des Sparkurses des Mutterkonzerns Volkswagen muss auch der Manager des Bundesligisten wohl mehr sparen und mehr Investitionen aufschieben als gedacht

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9.00 Uhr: Investmentfonds fordern mehr Transparenz von den Autobauern weltweit. In einem Brief, den die britische Nichtregierungsorganisation ShareAction am Dienstag veröffentlichte, verlangen sie von den Herstellern, ihre Lobbyarbeit bei der Festlegung der neuen Emissionswerte in Europa und den USA offenzulegen. Zudem sollen die Autobauer öffentlich machen, wie viel Geld sie Branchenverbänden zahlen. Auch die Aktivitäten des Herstellerverbands ACEA sollten transparenter werden. Der Brief wurde von 19 Anlegern unterzeichnet, darunter AXA Investment Managers und mehrere schwedische Pensionsfonds, die ein Vermögen von umgerechnet 840 Milliarden Euro verwalten.

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8.30 Uhr: VW hätte die millionenfache Manipulation der Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen viel früher eingestehen müssen, sagt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) . "Im Herbst vergangenen Jahres stellten Wissenschaftler erstmals Abweichungen in den Schadstoffkonzentrationen zwischen Labortests und Straßentests bei VW-Dieselfahrzeugen in den Vereinigten Staaten fest", sagte Weil am Dienstag im Landtag in Hannover. Anschließend habe es mehr als ein Jahr lang Gespräche zwischen den US-Behörden und Volkswagen USA gegeben, bis VW die Manipulation eingeräumt habe. Weil: "Dieses Eingeständnis hätte klar und deutlich sehr viel früher erfolgen müssen - ein weiterer schwerer Fehler."

Leonardo DiCaprio: Filmrechte an Buch über den VW-Skandal gekauft

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6.15 Uhr: Der VW-Skandal kommt in die Kinos. Paramount Pictures und die Produktionsfirma von Schauspieler Leonardo DiCaprio hätten die Filmrechte eines geplanten Buches des "New York Times"-Journalisten Jack Ewing gekauft, teilten das Studio und die New Yorker Literaturagentur Marly Rusoff mit. Demnach ist noch unklar, welche Schauspieler und Regisseure an dem Projekt arbeiten werden. DiCaprio war Hauptdarsteller und Produzent des Films "The Wolf of Wall Street", in dem er einen Börsenmakler spielt. Der Star engagiert sich auch für den Umweltschutz.

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  • VW will einem Zeitungsbericht zufolge rund drei Milliarden Euro bei seinen Zulieferern einsparen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Firmenkreise. Dem Bericht zufolge könnten auf Volkswagen gut 40 Milliarden Euro an Strafzahlungen und Schadensersatzforderungen zukommen. Einen Teil der Summe wolle der Autokonzern durch ein zusätzliches Sparprogramm realisieren. Ein großer deutscher Zulieferer habe der Zeitung gesagt, dass VW "deutlich mehr Effizienz einfordere". Wie das "Handelsblatt" weiter berichtet, sollten beim Topmanagement die Leistungskomponenten des Entgelts sinken, rund 115.000 nach Haustarifvertrag bezahlte Mitarbeiter müssten sich wohl auf eine geringere Ergebnisbeteiligung einstellen. Kürzungen solle es auch bei Marketing, Sponsoringaktivitäten und der Modellvielfalt geben.

  • Volkswagens Großbritannien-Chef hat im britischen Unterhaus "ehrlich und uneingeschränkt" für die Manipulationen bei Abgaswerten um Verzeihung gebeten. Der Autobauer habe seine Kunden und die breite Öffentlichkeit enttäuscht, sagte Paul Willis am Montagabend vor dem Verkehrsausschuss. "Wir werden alles Notwendige tun, um Vertrauen zurückzugewinnen." In Großbritannien sind 1,2 Millionen Diesel-Fahrzeuge von den Abgastest-Manipulationen betroffen, bei denen Motoren vom Typ EA 189 mit einer Software ausgestattet wurden, die Angaben zu den Emissionen manipuliert. Nachdem er erfahren habe, welche Modelle betroffen seien, habe er deren Verkauf umgehend gestoppt, sagte Willis. Allerdings seien noch mehr als 1000 Autos verkauft worden, nachdem bereits klar gewesen sei, dass auch Europa betroffen ist. Ohne Angaben zu den Modellen habe er zunächst nicht handeln können, verteidigte der Manager sich vor den Abgeordneten. Bei etwa 400.000 Fahrzeuge müsse die Dieseleinspritzung geändert werden, bei den anderen zwei Dritteln genüge ein Eingriff in die Software. Das Testverfahren für den Abgasausstoß bezeichnete Willis als "altmodisch und unzweckmäßig", jedoch bestehe kein Zweifel daran, dass Volkswagen mit der Situation falsch umgegangen sei.

6 Uhr: Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser. Schön, dass wieder Sie bei uns sind. Lesen Sie erst eine kurze Zusammenfassung der Top-VW-News der Nacht, dann geht es wie gewohnt weiter im Newsblog zur Abgasaffäre.

VfL Wolfsburg sichert sich Sponsoring-Millionen - aber nicht von VW

16.30 Uhr: Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat am Montag die Kreditwürdigkeit von Volkswagen um eine Stufe auf "A-" gesenkt. Zudem drohte das Institut den Wolfsburgern mit weiteren Verschlechterungen. Das Rating könne um bis zu zwei weitere Stufen gesenkt werden, hieß es in einer Mitteilung. Damit droht Volkswagen ein Abrutschen seiner Kreditwürdigkeit in die untere Mittelmäßigkeit. Volkswagen habe im Skandal um manipulierende Abgas-Software Mängel im Management, der Unternehmensführung und bei der Bewältigung von Risiken gezeigt, hieß es in der Mitteilung weiter.

VW Touran: Produktionsprobleme laut JPMorgan ohne allzu große Bedeutung

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15.23 Uhr: Die US-Bank JPMorgan misst den Produktionsproblemen beim neuen "Touran"-Modell keine allzu große Bedeutung bei. Das Fahrzeug werde auf einer bestehenden und funktionierenden Plattform produziert, schrieb JPMorgan-Analyst Jose Asumendi in einer Studie. Weiter heißt es darin: Dass VW die Zertifizierung von US-Modellen verschoben habe, sei eine Vorsichtsmaßnahme. Der Konzern wolle zunächst die Rückrufaktion handhaben und das Kundenvertrauen zurückzugewinnen. Auch könnte VW seine Dieselstrategie in Nordamerika komplett überdenken, da diese Technologie dort nicht populär sei. Die Einstufung der Vorzugsaktie beließ der Analyst bei "Neutral".

15 Uhr: Die Grünen verlangen wegen des Abgasskandals auch Aufklärung über die VW-Diesel-Limousinen im Fuhrpark des Bundestags. Parlamentspräsident Norbert Lammert solle mitteilen, von wie vielen betroffenen Fahrzeugen seine Verwaltung ausgehe, forderte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. Wissen wollen die Grünen auch, ob der Bundestag oder der Dienstleister des Fuhrparks bereits Kontakt zum VW-Konzern aufgenommen haben. Da der Bundestag bei Gesundheit und Umweltschutz vorangehen sollte, wäre eine genauere Betrachtung wünschenswert, argumentierte Krischer in einem Schreiben an Lammert. Die Bundestagsabgeordneten haben keine persönlichen Dienstwagen. Ihnen steht aber ein Fahrdienst zur Verfügung. In der Wagenflotte sind laut Grünen-Fraktion auch viele Diesel-Modelle der Marken Audi und Volkswagen.

14.32 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht wegen des Abgasskandals bislang "keine ernsthaften Risiken" für den Landeshaushalt. Das sagte Weil der dpa in Hannover. Am Dienstag will Weil den Landtag über die aktuellen Entwicklungen unterrichten. Das Land ist - zum überwiegenden Teil mittelbar über die Hannoversche Beteiligungsgesellschaft (HanBG) - mit knapp 60 Millionen Stammaktien am Grundkapital der Volkswagen AG beteiligt. Weil: "Die aktuellen Kursverluste haben keine direkten Auswirkungen auf die HanBG oder den Landeshaushalt; ein Verkauf der Aktien steht nicht an, damit erfolgt keine Realisierung der aktuellen Verluste am Aktienmarkt." Über die noch unklare Dividendenauszahlung könnte das Land aber dennoch "mittelbar" finanziell betroffen sein, wie Weil betonte. Die Einnahmen aus der Volkswagen-Dividende machen den wesentlichen Ertragsblock der HanBG aus. Für das Rekordjahr 2014 konnte das Land im Frühjahr gut 283 Millionen Euro Dividende für sich verbuchen.

Skoda Octavia: Im September hat die VW-Tochter trotz Skandal in Deutschland mehr verkauft - weltweit sind die Zahlen aber rückläufig

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Foto: Skoda

13.50 Uhr: Der Abgasskandal belastet die tschechische VW-Tochter Skoda auf dem deutschen Markt vorerst nicht. Wie das Unternehmen mitteilt, erhöhte sich die Zahl der Auslieferungen im September gegenüber Vorjahr um 7,7 Prozent auf 15.300 Fahrzeuge. Die Manipulationen bei Abgaswerten waren allerdings erst Mitte September bekanntgeworden. Weltweit sank der Skoda-Absatz um 2,1 Prozent auf weltweit 93.600 Autos. Dies lag an Rückgängen vor allem in China, Russland und Osteuropa. Bei Skoda sind insgesamt 1,2 Millionen Fahrzeugen von dem Abgasskandal betroffen.

Klaus Allofs (r., mit VfL-Trainer Dieter Hecking und Kevin de Bruyne, v.l.): "Man wird weiter investieren müssen, wenn man erfolgreich sein will"

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Foto: DPA

11.40 Uhr: Wenn VW wegen möglicher Strafzahlungen auch seine Fußball-Sponsorings auf den Prüfstand stellt, wäre unter anderem der VfL Wolfsburg betroffen. Laut "Kicker" hat der Bundesligist gerade rechtzeitig einen 80-Millionen-Euro-Deal mit Nike perfekt gemacht. Der Sportartikelhersteller aus den USA soll als offizieller Ausrüster zehn Jahre lang rund acht Millionen Euro pro Saison zahlen. Das Geld könnte der DFB-Pokalsieger gut gebrauchen, auch wenn die genauen Folgen der VW-Krise für den Klub noch nicht abzuschätzen sind. "Man wird weiter investieren müssen, wenn man erfolgreich sein will", sagte VfL-Manager Klaus Allofs.

9.45 Uhr: In einem festen Marktumfeld erholt sich auch die VW-Aktie : Das Papier legt 1,1 Prozent zu auf gut 108 Euro.

Rückruf in China: Im Reich der Mitte werden nur wenige Diesel-Fahrzeuge verkauft, Behörden starten dennoch eine Untersuchung

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8.40 Uhr: Der Abgasskandal bei Volkswagen ruft nun auch die chinesischen Behörden auf den Plan. Die Qualitätsaufsicht AQSIQ äußerte sich am Montag "höchst besorgt" über die Software in VW-Dieselautos, mit der Abgaswerte bei Tests manipuliert wurden. Sie kündigte zugleich geeignete Maßnahmen an, ohne dies näher zu erläutern. Laut AQSIQ wird Volkswagen 1950 importierte Fahrzeuge in China zurückrufen. Vor allem handele es sich dabei um Wagen vom Typ Tiguan. Zugleich gab das chinesische Umweltministerium bekannt, es werde eine Untersuchung von VW-Fahrzeugen starten. Auch hierzu wurden keine Einzelheiten genannt. China ist zwar der weltweit größte Automarkt, aber es werden dort nur sehr wenige Diesel-Pkw verkauft.

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  • Laut "Süddeutscher Zeitung", WDR und NDR steigt der Druck auf Ex-VW-Chef Martin Winterkorn, alle Ämter bei VW niederzulegen.
  • Ein Ultimatum der kalifornischen Umweltbehörde CARB setzt VW unter Zeitdruck. CARB-Chefin Mary Nichols sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", VW habe bis zum 20. November Zeit, um einen Plan zur Nachrüstung der von Manipulationen betroffenen Diesel-Autos vorzustellen. Sie erwägt offenbar, notfalls Fahrzeuge der Wolfsburger aus dem Verkehr zu ziehen: "Wenn es keine technische Lösung gibt, drohen die Stilllegung und zivilrechtliche Auseinandersetzungen mit Kunden." Nichols kündigte auch Testergebnisse zu Dieselmodellen anderer Hersteller an.
  • Post-Chef Frank Appel fordert "volle Transparenz" von VW. Wie der Manager der "SZ" sagte, kommen von den rund 90.000 firmeneigenen Fahrzeugen etwa 20.000 von Volkswagen. Es müsse einen Maßnahmenplan geben, "um nachzubessern oder umzurüsten". Die Ereignisse bei VW bezeichnete Appel als "natürlich nicht schön". Allerdings glaube er nicht, dass die gesamte deutsche Wirtschaft - wie von einigen Kritikern befürchtet - durch die Affäre um gefälschte Messwerte bei Dieselmotoren aus dem Volkswagen-Konzern Schaden nehme.

  • Die Europäische Investitionsbank (EIB) prüft, von VW Kredite zurückzufordern. Nicht nur Millionen von Autokäufern seien "getäuscht und geschädigt" worden, sagte der Chef des EU-Förderinstituts, Werner Hoyer, der "Süddeutschen Zeitung". "Auch die EIB könnte geschädigt worden sein, weil wir mit unseren Krediten bestimmte Klimaziele verfolgen müssen." Hoyer kündigte "sehr genaue Untersuchungen" an und fügte hinzu: Vorbehaltlich des Ergebnisses "werden wir uns die Frage stellen müssen, ob wir Kredite zurückfordern müssen, sollten sie zweckentfremdet worden sein". Die EIB hat der Zeitung zufolge Volkswagen seit 1990 rund 4,6 Milliarden Euro an günstigen Krediten gewährt. Damit sollten unter anderem die Entwicklung sauberer Motoren vorangetrieben werden. Rund 1,8 Milliarden Euro davon sind demnach noch offen, also zurückzuzahlen.
  • Zusätzlich zur Aufarbeitung der Abgas-Affäre hat Volkswagen einem Bericht zufolge mit einer stockenden Fertigung am Stammsitz Wolfsburg alle Hände voll zu tun. "Die Produktion ist zu komplex, die Vielfalt der Fahrzeugvarianten zu hoch", zitierte die "Welt am Sonntag" einen Insider aus dem Konzern.
  • Bisher hat sich das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zum Abgas-Skandal bei VW öffentlich zurückgehalten - drei Wochen nach dem Beginn der Affäre weist sein Chef Ekhard Zinke nun Vorwürfe der Mitverantwortung zurück. Die Behörde habe von den Manipulationen bei Millionen Dieselwagen nichts wissen können, sagte Zinke dem "Flensburger Tageblatt". Es liefen nun auch Tests für Modelle anderer Hersteller, erklärte Zinke der Zeitung. Dabei kämen auch Untersuchungen im normalen Fahrbetrieb auf der Straße zum Zuge.
  • Nach Meinung von Bundespräsident Joachim Gauck belastet der VW-Skandal den guten Ruf Deutschlands nicht - zumindest nicht in Südkorea. "Ich konnte keine Einschränkung des Bildes von Deutschland aus koreanischer Sicht wahrnehmen, und dafür bin ich natürlich dankbar", sagte Gauck nach einem Treffen mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye in Seoul. Gauck schränkte aber ein, er wisse nicht, ob es die koreanische Höflichkeit gewesen sei, die es seiner Gastgeberin verboten habe, das Thema anzusprechen.

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ts mit Nachrichtenagenturen
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