Sonntag, 19. Januar 2020

Vermögensverwalter Blackrock Angst vor dem schwarzen Riesen

Blackrock-Zentrale in New York: Unscheinbarer Koloss

3. Teil: "Die Größe allein ist kein Problem"

Der Gedanke, der viele Kritiker schaudern lässt, ist der sogenannte Herdentrieb: Wenn wenige große Investoren einen großen Anteil des Aktien- oder Anleihemarktes beherrschen und diese Investoren plötzlich alle gleichzeitig verkaufen wollen oder müssen, ist niemand mehr da, der ihnen die Papiere abkaufen kann. Das Problem wird umso größer, wenn die Investoren gezwungen sind zu verkaufen, weil sie - wie Blackrock - mit ihren Fonds Indizes abbilden und dem allgemeinen Markttrend folgen müssen. Der Absturz würde dann noch verstärkt. Manch ein Markt könnte sogar ganz austrocknen.

Auslöser für solche fire sales, so die Befürchtung der Kritiker, könnte zum Beispiel eine Zinserhöhung in den USA sein - Janet Yellen also, die Frau aus dem Partymobil.

Blackrock selbst teilt die Bedenken nicht. Man müsse unterscheiden zwischen der Verlustangst der Investoren einerseits und systemischen Risiken andererseits, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Eine Zinserhöhung werde womöglich dazu führen, dass einige Investoren Geld verlieren. Nur weil die Kurse mal stark schwanken, sei aber längst nicht die Finanzstabilität gefährdet.

Unterstützung bekommt der "schwarze Riese" auch von einigen Experten. "Die Größe von Investoren an sich ist kein Problem für die Finanzstabilität", sagt Jan Pieter Krahnen. Professor an der Uni Frankfurt. Im Gegenteil: Große Investoren seien sich ihrer Rolle am Markt eher bewusst als kleine. Sie würden also berücksichtigen, was sie mit ihrem Handeln auslösen.

Wer hat also Recht? Wie gefährlich ist ein Finanzriese wie Blackrock? Die Antwort wird die Welt wahrscheinlich erst in der nächsten Krise erfahren.

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