Samstag, 18. Januar 2020

Vermögensverwalter Blackrock Angst vor dem schwarzen Riesen

Blackrock-Zentrale in New York: Unscheinbarer Koloss

2. Teil: Heute lenkt Blackrock bei der Deutschland AG mit

Still und leise hat Blackrock so ein Imperium aufgebaut, das in der Finanzwelt seinesgleichen sucht. Ob US-Banken wie JP Morgan und Citigroup, Ölgiganten wie Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen und Chevron Börsen-Chart zeigen, oder Konsumgüterkonzerne wie Apple Börsen-Chart zeigen oder Nestlé Börsen-Chart zeigen - überall ist Blackrock als Großaktionär beteiligt. In Deutschland gehören dem Vermögensverwalter größere Anteile an dutzenden Unternehmen - von Daimler Börsen-Chart zeigen über Bayer Börsen-Chart zeigen bis zur Deutschen Post Börsen-Chart zeigen.

Das gibt ihm eine gewisse Macht, bei wichtigen Entscheidungen mitzureden - etwa bei der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen , als die 2012 einen Nachfolger für Vorstandschef Josef Ackermann suchte. Oder auch in diesem Jahr, als dieser Nachfolger nach drei Jahren an der Konzernspitze wieder gehen musste. Waren es früher die Chefs von Deutscher Bank und Allianz, die die Fäden der Deutschland AG in der Hand hielten, hat diese Rolle mittlerweile ein amerikanischer Vermögensverwalter übernommen.

Na und, könnte man sagen. Welchen Unterschied macht es, wer bei den deutschen Konzernen mitlenkt? Zumal sich Blackrock bisher eher als langfristiger und geduldiger Investor erwiesen hat. Und doch scheint sich langsam ein Unbehagen breitzumachen an seiner herausragenden Rolle. Zumal der Einfluss von Blackrock mittlerweile noch über das eigene Vermögensportfolio hinausreicht. Viele andere Großinvestoren greifen auf die Analyseleistungen des Vermögensverwalters zurück. Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) lassen sich von den Blackrock-Experten beraten.

Blackrock-Gründer Fink: "Ich kontrolliere nicht die Kapitalmärkte"
Die Journalistin Heike Buchter hat gerade ein Buch veröffentlicht, das all dieses Unbehagen aufsaugt und kanalisiert: "Blackrock - Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld", so der reißerische Titel. Darin zeichnet Buchter das Bild eines "schwarzen Riesen", der die Wirtschaft fest im Griff hat und vor dem der Rest der Finanzwelt angstvoll zittert.

Das mag überzeichnet sein, doch Buchter ist längst nicht die einzige Kritikerin des Konzerns. Mitte August sorgte in der Branche eine Studie dreier Ökonomen für Wirbel: "Wer hat Angst vor Blackrock?" fragten die Wissenschaftler Massimo Massa, David Schumacher und Yan Wang. Ihre Kernthese: Anleger werden nervös, wenn einzelne Investoren zu große Aktienpakete halten. Denn das mache es im Krisenfall schwierig, die Papiere zu verkaufen. Blackrock sei dabei so etwas wie der "Elefant im Teich", der potentiell das "Boot zum Schaukeln" bringen könne.

Kurz nach Erscheinen der Studie brachen die Aktienkurse tatsächlich weltweit ein. Und wieder tuschelte die Branche darüber, welche Rolle große Vermögensverwalter wie Blackrock dabei spielten. Das Geld habe sich von den Banken in Richtung der sogenannten Asset Manager bewegt, warnte der Chef der deutschen Finanzaufsicht BaFin, Felix Hufeld, jüngst auf einer Branchentagung. Das Bankensystem sei zwar stabiler geworden. Aber das Finanzsystem insgesamt womöglich nicht.

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