Mittwoch, 24. Juli 2019

Kaufofferte vom Finanzinvestor US-Milliardär J. C. Flowers investiert Millionen in deutsche Problemfonds

Hello again: US-Investor J. Christopher Flowers investierte hierzulande schon in die HRE sowie in die HSH Nordbank - und jetzt in geschlossene Policenfonds

Der US-Finanzinvestor J. Christopher Flowers, der schon Milliarden mit deutschen Finanzwerten wie der HSH Nordbank sowie der HRE verlor, will es nochmal wissen. Der Ex-Goldman-Sachs-Banker will Tausenden Anlegern geschlossener Fonds ihre Anteile abkaufen.

Hamburg - Im kriselnden Schifffahrts- und Schiffsfondsmarkt befinden sich internationale Finanzinvestoren bereits seit einiger Zeit auf Schnäppchenjagd - jetzt tauchen sie auch an anderer Stelle im Geschäft mit geschlossenen Fonds auf: Der US-amerikanische Milliardär J. Christopher Flowers, Ex-Goldman-Sachs-Banker und Gründer der Investmentsgesellschaft J. C. Flowers Co. mit Sitz in New York, will einen hohen Millionenbetrag in Anteile solcher Fonds in Deutschland investieren.

Konkret geht es Flowers um sogenannte Lebensversicherungs-Policenfonds (LV-Fonds) der Hamburger MPC Capital AG Börsen-Chart zeigen. Über eine Luxemburger Gesellschaft hat er den Anlegern der LV-Fonds MPC Leben plus 4, 5 und 6 bereits konkrete Angebote unterbreitet, ihre Anteile zu erwerben.

Wie MPC-Vorstand Roman Rocke zu manager magazin online sagte, plant Flowers auf diese Weise Fondsanteile im zweistelligen Millionen-Euro-Volumen zu erwerben. Insgesamt hatten in die genannten drei Fonds rund 12.500 Anleger ursprünglich etwa 327 Millionen Euro an Eigenkapital eingezahlt.

Flowers könnte Fonds komplett übernehmen

Laut Rocke könnte dies zudem kein Einzelfall bleiben. MPC sei im Gespräch mit weiteren institutionellen Investoren, die möglicherweise ähnliche Kapitalanlagen tätigen wollten, so der Vorstand. Wichtig sei es für das Emissionshaus dabei, die Rechte und Anforderungen der bestehenden Anleger zu beachten. Nach Einschätzung Rockes strebt Flowers in keinem der anvisierten Fonds die Mehrheit der Anteile an.

Ein Griff zum Taschenrechner zeigt allerdings: Sollte Flowers sein potenzielles Kaufvolumen voll ausschöpfen und entsprechend viele Gesellschafter dem Verkauf ihrer Anteile zustimmen, so hätte der Investor angesichts der gebotenen niedrigen Kaufkurse durchaus die Möglichkeit, die drei MPC-Fonds vollständig zu übernehmen. Angeboten zufolge, die manager magazin online vorliegen, bietet Flowers beispielsweise im Fonds Leben plus 5 einen Kaufpreis von 18 Prozent des Nominalwertes, beim Leben plus 4 sind es 14 Prozent.

Zum Hintergrund: Lebensversicherungs-Policenfonds waren vor einigen Jahren ein Modeprodukt am Markt für geschlossene Fonds. Die Beteiligungsgesellschaften kauften Versicherten ihre Lebensversicherungspolicen ab und stellten auf diese Weise ganze Portfolien solcher Versicherungsverträge zusammen. Das geschah sowohl auf dem deutschen als auch auf dem britischen und US-amerikanischen Zweitmarkt für Lebensversicherungen.

Im vorliegenden Fall handelt es sich um Fonds mit deutschen Versicherungspolicen. Die Idee war es ursprünglich, diese Versicherungsverträge bis zur Fälligkeit aus Fondsgeldern weiter zu bedienen und dann die Ablaufleistung zu kassieren. Um die erhoffte Rendite zu steigern, wurde dabei auch Fremdkapital eingesetzt.

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