Dienstag, 18. Juni 2019

Sukzessive Umstellung des Fuhrparks UPS-Transporter sollen mit Biogas fahren

Fährt mit Bio-Erdgas: Zugmaschine des US-amerikanischen Logistikkonzerns UPS

Der US-Logistikkonzern UPS will einen substantiellen Beitrag zum Klimaschutz leisten und seine Fahrzeugflotte sukzessive auf regeneratives Erdgas und Batteriebetrieb umstellen. Allein durch die Verwendung von Bio-Erdgas will das Unternehmen die Treibhausgas-Emissionen seiner Fahrzeugflotte bis zum Jahr 2025 um 12 Prozent senken, berichtet der US-Nachrichtensender CNN.

UPS habe sich gerade mit 170 Millionen Gallonen Bio-Erdgas eingedeckt - der größte Einkauf seiner Art in der US-Geschichte der USA, betont das Unternehmen. Eine US-amerikanische Flüssiggallone entspricht knapp 3,8 Litern. Bio-Erdgas wird aus landwirtschaftlichen Abfällen, Bio-Abfällen oder auch Kläranlagen gewonnen. Es gilt im Gegensatz zu fossilen Energieträgern als klimaneutral.

UPS will durch die Umstellung auf erneuerbares Erdgas die Treibhausgasemissionen seiner Fahrzeuge bis zum Jahr 2026 um 1,2 Millionen Tonnen senken. "Unsere Kunden wollen mehr versenden, aber eben umweltfreundlicher", begründet Mike Casteel, Chef des UPS-Flottenmanagements bei UPS gegenüber CNN.

Großteil der Flotte fährt noch nicht klimaneutral

UPS betreibt mehr als 6000 Erdgas-Fahrzeuge in seiner Flotte und werde dieses Jahr wohl 100 Millionen Gallonen Bio-Erdgas verbrauchen. Die Zahl dieser Fahrzeuge soll weiter steigen, ein Limit hat sich der Konzern dem Bericht zufolge aber nicht gesetzt. Nach eigenen Angaben betreibt UPS weltweit rund 108.000 Paketautos, Transporter, Zugmaschinen und Motorräder - darunter mehr als 8100 Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen und "anderen fortschrittlichen Technologien". Der Anteil der wirklich "sauberen" Fahrzeuge liegt also noch unter 8 Prozent.

Ein Problem bei der Umstellung auf Bio-Erdgas ist: In den USA zumindest gibt es herkömmliches Erdgas in rauen Mengen. "Es ist spottbillig, reguläres Erdgas zu produzieren", sagt Ned Harvey, Geschäftsführer am Rocky Mountain Institute, einer gemeinnützigen Organisation, die sich auf saubere Energie spezialisiert hat. Die Produktion von Bio-Erdgas sei dagegen vergleichsweise teuer und das Angebot daher begrenzt.

Die US-Regierung fördere aber zusehends die Herstellung von Bio-Erdgas, Bio-Ethanol und Bio-Diesel. UPS behauptet, dass der Konzern auf diese Weise erneuerbares Erdgas zum gleichen Preis wie herkömmliches Erdgas kaufen könne.

UPS will auch Elektroauto-Fuhrpark ausbauen - mit Hilfe von Tesla

Gleichwohl setzt UPS nicht nur auf Bio-Erdgas, sondern stellt einen Teil seiner Flotte zugleich auf Elektroantrieb um. So betreibt UPS in den USA und Europa rund 300 reine Elektro- und 700 weitere Hybridfahrzeuge. Darüber hinaus habe der Konzern 125 elektrische Sattelschlepper bei Tesla bestellt und arbeite mit der in Cincinnati ansässigen Workhorse Group an der Entwicklung eigener elektrischer Lieferwagen.

Bis eine Flotte wie die von UPS quasi klimaneutral fährt, dürfte sicher noch viel Zeit ins Land gehen. Auch der Wettbewerber Deutsche Post wird dafür noch etliche Jahre brauchen: Bis die gut 50.000 Brief- und Paktzustellfahrzeuge kein CO2 mehr ausstoßen, wird es noch bis zum Jahr 2050 dauern. Das zumindest ist das erklärte Ziel des Konzerns. Im Gegensatz zu UPS setzt der deutsche Logistik-Konzern dabei vornehmlich auf Elektroautos.

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