Freitag, 6. Dezember 2019

400 Millionen Dollar Umsatz an einem Wochenende Die zehn teuersten Oldtimer von Pebble Beach

Ferrari 250 GTO im kalifornischen Pebble Beach: Die Preise für klassische Automobile sind zuletzt enorm gestiegen

Im kalifornischen Pebble Beach wurden in den vergangenen Tagen klassische Autos für mehr als 400 Millionen Dollar verkauft - das ist Rekord für das renomierte Oldtimertreffen. Die Preise einiger Modelle treiben Experten schon die Sorgenfalten auf die Stirn. 

Hamburg - Die Meldung vom Ferrari 250 GTO, jenem Traum in rot, Baujahr 1962, der vergangene Woche im kalifornischen Monterey für 38 Millionen Dollar unter den Hammer kam, machte weltweit die Runde. Mit dem Preis stellte der Wagen einen neuen Auktionsrekord für Oldtimer auf. Lediglich bei Privatverkäufen sollen schon höhere Beträge für einzelne Automobile vereinbart worden sein.

Inzwischen ist jedoch klar: Das war längst nicht das einzige Highlight des berühmten Oldtimertreffens Concours d'Elegance von Pebble Beach. Wie jedes Jahr gab es eine Reihe weiterer Auktionen. Und auch dort fiel der Hammer oft erst spät, sprich: Die Käufer mussten tief in die Tasche greifen.

Die Folge: Insgesamt wurden in Pebble Beach im Rahmen offizieller Auktionen bis Sonntagabend Autos im Wert von 399 Millionen Dollar versteigert. Das geht aus einer Aufstellung der Bochumer Firma Classic-Analytics hervor, die manager magazin online vorliegt. Inklusive so genannter Nachverkäufe abseits der offiziellen Auktionen lag das Umsatzvolumen damit jenseits der 400 Millionen Dollar, so Classic-Analytics-Geschäftsführer Frank Wilke zu manager magazin online.

Damit stellte die Veranstaltung 2014 einen neuen Umsatzrekord auf. Die Marke von 312 Millionen Dollar vom vergangenen Jahr etwa wurde um mehr als 20 Prozent übertroffen. Und was vielleicht noch wichtiger ist: Der durchschnittliche Preis pro Auktion stieg laut Classic-Analytics um beinahe 30 Prozent.

"Eine Korrektur wäre gesund"

Das kann einerseits bedeuten, dass einfach die besseren Autos angeboten wurden. Allein der Verkauf des 38-Millionen-Dollar-Ferrari dürfte den Durchschnittspreis erheblich nach oben gezogen haben.

Andererseits spiegelt sich in den Zahlen aber auch der allgemeine Anstieg des Preisniveaus auf dem Oldtimermarkt, der schon seit einiger Zeit zu beobachten ist. Nicht wenige Experten befürchten deshalb bereits, auf dem Markt könnte sich eine Preisblase bilden.

Als besonders begehrt gelten die historischen Rennwagen von Ferrari, wie auch die Übersicht der Top-Auktionsergebnisse von Pebble Beach belegt (siehe unten). Doch auch Fahrzeuge von Porsche Börsen-Chart zeigen oder Mercedes verzeichnen enorme Preisanstiege. Laut US-Sender "CNBC" etwa hat sich der Preis des Mercedes 300 SL Gullwing in den vergangenen zwei Jahren auf 1,6 Millionen Dollar verdoppelt.

"Der Markt ist außer Kontrolle", zitiert der Sender den Oldtimerexperten und -blogger Winston Goodfellow. Ein Anstieg um 50 Prozent binnen sechs Monaten sei kein "normales Marktverhalten". Goodfellow erwartet deshalb zwar keinen Crash, aber doch eine Korrektur bei den Preisen. "Meiner Meinung nach wäre eine Korrektur gesund", sagt er.

Andere Beobachter dagegen beschwichtigen. "In der Oldtimerwelt werden die aktuellen Preisanstiege kaum als ungewöhnlich wahrgenommen", sagt etwa Classic-Analytics-Chef Wilke. "Die Preissteigerungen verlaufen in diesem Segment nicht kontinuierlich sondern in Sprüngen, weil einige Autos nur sehr selten gehandelt werden." Dass in der zwischenzeit zum Teil jahrelang kaum Preisveränderungen zu beobachten seien, werde häufig übersehen, so Wilke.

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