4 Prozent Plus in einer Woche "The Donald" treibt Dax nah ans Jahreshoch

Der Wahlsieg Donald Trumps hat dem Dax den größten Wochengewinn seit 18 Monaten beschert - entgegen allen Erwartungen an der Börse. Treibt "The Donald" den Dax nun auf ein neues Jahreshoch?
Börse in Frankfurt: Anleger fürchteten den Trump-Crash. Statt dessen legte der Dax kräftig zu

Börse in Frankfurt: Anleger fürchteten den Trump-Crash. Statt dessen legte der Dax kräftig zu

Foto: Boris Roessler/ picture alliance / dpa

Dax im Vorwärtsgang: Der überraschende Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl wird Aktienanleger in der neuen Woche weiter beschäftigen. "Es ist klar, dass sich die US-Wähler für einen Kandidaten entschieden haben, der Aufruhr predigt und sich über Kontinuität lustig macht", sagt Leon Cornelissen, Chef-Volkswirt des Vermögensverwalters Robeco. In der alten Woche legte der Dax  vier Prozent auf 10667 Punkte zu, der größte Wochengewinn seit April 2015.

Zum Jahreshoch von 10.752 Zählern fehlen jetzt nur noch 85 Punkte: Ob der Dax in der neuen Woche ein neues Hoch für das Jahr 2016 markiert, hängt vor allem davon ab, ob die Bankenwerte Commerzbank , Deutsche Bank  ihre Rally fortsetzen. Die Rally der Finanzwerte hatte in der vergangenen Woche bereits den US-Leitindex Dow Jones auf ein neues Jahreshoch getrieben. Zu den wenigen Verlierern an den Börsen zählten dagegen die US-Techwerte wie Apple, Amazon und Alphabet.

Ein Aktienhändler prognostiziert dank der Hoffnungen auf ein groß angelegtes Konjunkturprogramm des künftigen US-Präsidenten eine Fortsetzung der Börsenrally, getragen von Bauwerten und Banken. Letztere profitierten von der Aussicht auf eine Deregulierung der Finanzbranche.

Wegen Spekulationen auf steigende Zinsen müsse bei Immobilienwerten und Versorgern allerdings mit erneuten Kursverlusten gerechnet werden, warnte der Börsianer. "Diese heterogene Kursentwicklung an den Aktienbörsen wird uns auf absehbare Zeit erhalten bleiben."

Anleger blicken auf die Fed - erste Zinserhöhung wohl im Dezember

Einige Investoren richten ihre Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf die US-Geldpolitik. Sie erhoffen sich von den anstehenden US-Konjunkturdaten eine Bestätigung ihrer Einschätzung über das Tempo der geplanten Zinserhöhungen der Notenbank Fed. Anleger rechnen mehrheitlich mit einem ersten Schritt im Dezember und zwei weiteren Anhebungen 2017.

In den USA erwarten Analysten nicht zuletzt deshalb weitere Kursgewinne bei Finanzwerten. Viele Investoren setzen auch auf eine Deregulierung der Banken unter Trump. Bereits in den drei Tagen nach seinem Wahlsieg legten die Papiere von großen US-Geldhäusern wie Bank of America, JPMorgan oder Wells Fargo bis zu 13,5 Prozent zu.

Rally der Bankenwerte - stärkster Anstieg im Bankenindex seit 7 Jahren

Der S&P-Bankenindex gewann zehn Prozent. Das war die beste Entwicklung über drei Tage seit August 2009. Analysten zufolge ist noch Luft nach oben. "Die Papiere sind noch nicht zu teuer", sagt Marktstratege Peter Kenny von Global Markets Advisory Group.

Von besonderem Interesse in den USA sind zudem die Einzelhandelsumsätze am Dienstag, da der private Konsum als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft gilt. Am Donnerstag stehen zudem die Inflationsdaten auf dem Terminplan. Hinzu kommen die Konjunkturbarometer der Federal Reserve von New York (Dienstag) und von Philadelphia (Donnerstag). Außerdem äußern sich in der neuen Woche zahlreiche US-Zentralbanker öffentlich.

ZEW-Index am Dienstag

Diesseits des Atlantik liefert der ZEW-Index am Dienstag Hinweise auf die Stimmung der Börsenprofis. Am selben Tag werden zudem die vorläufigen Zahlen zum deutschen und europäischen Wirtschaftswachstum im dritten Quartal vorgelegt. Ersteres habe im dritten Quartal wegen eines schwächelnden Außenhandels voraussichtlich nur um 0,2 Prozent zugelegt, prognostiziert Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. "Womit die Zuwachsrate so niedrig wäre wie zuletzt vor einem Jahr."

RWE und Merck legen Zahlen vor

Unterdessen neigt sich die Bilanzsaison ihrem Ende zu. Aus dem Dax  wollen in der neuen Woche der Versorger RWE  (Montag) sowie der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA  (Dienstag) ihre Bücher öffnen.

Aus dem Ausland haben der britische Mobilfunker Vodafone und der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart aus den USA die Veröffentlichung von Zwischenbilanzen angekündigt.

la/reuters
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