Mittwoch, 22. Januar 2020

Prognose der Deutschen Bank Trump schickt Euro unter die Ein-Dollar-Marke

Deutsche Bank-Niederlassung an der Wall Street: Das Geldhaus ist pessimistisch in Bezug auf den Euro

Amerika will er wieder großartig machen - und beim US-Dollar Börsen-Chart zeigen ist ihm das bereits ein Stück weit gelungen: Seit Donald Trump die Wahl gewonnen hat, ist der Greenback erheblich im Wert gestiegen. Andere Währungen hatten im Umkehrschluss zu leiden. Das gilt auch für den Euro Börsen-Chart zeigen, der gegenüber dem Dollar seit der US-Wahl um beinahe 4 Prozent gefallen ist. Ein Euro ist nun nur noch 1,07 Dollar wert, so wenig, wie seit Ende 2015 nicht mehr.

Geht es nach einigen Fachleuten, so ist das Ende der Fahnenstange damit noch längst nicht erreicht. Laut Nachrichtenagentur Bloomberg sehen Währungshändler derzeit eine 43-prozentige Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Euro weiter unter Druck bleiben und innerhalb eines Jahres bis auf die Parität zum Dollar fallen wird. Sprich: Ein Euro wäre dann genauso viel wert wie ein Dollar. Noch vor einer Woche wurde diese Wahrscheinlichkeit von den Tradern nur halb so hoch eingeschätzt.

Die Analysten von der Deutschen Bank - immerhin der viertgrößte Devisenhändler weltweit - gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie erwarten, dass die Parität nur ein Zwischenstopp sein wird, und dass der Euro im kommenden Jahr sogar unter die Marke von einem Dollar fallen wird. Ende 2017, so die Deutsche Bank, werde ein Euro nur noch 95 Dollar-Cent wert sein.

Damit flammt eine alte Diskussion wieder auf: Bereits 2015 war der Euro nahe an die Ein-Dollar-Marke gerückt und hatte eine Parität in Sichtweite gerückt. Als jedoch die US-Notenbank Fed mit ihren Zinserhöhungen ins Stocken geriet, bekam auch der Euro wieder etwas Luft.

Wechselkurs Euro/Dollar: Nach der Wahl Trumps ging die europäische Gemeinschaftswährung auf Talfahrt

"Der Trump-Sieg hat die Dinge verändert", schreibt nun aber Bloomberg zufolge der Deutsche-Bank-Stratege George Saravelos in einem aktuellen Report. "Die Divergenz ist wieder da."

Gemeint ist das Auseinanderdriften der Wirtschaftsräume: Während die Märkte den USA nach dem Wahlsieg Trumps offenbar robustes Wachstum zutrauen, leidet die Euro-Zone weiter unter Konjunkturschwäche und möglicherweise beginnenden Auflösungserscheinungen.

Dabei scheint Donald Trump fortzusetzen, was er im Wahlkampf begonnen hat: Er macht Versprechungen, die zum Teil unrealistisch erscheinen - und doch erzielen sie die gewünschte Wirkung. Ging es vor der Wahl dabei noch mehrheitlich um gesellschaftliche Themen wie die Terrorgefahr und die illegale Einwanderung vor allem aus Mexiko, so stehen inzwischen wirtschaftspolitische Ankündigungen im Vordergrund.

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