Montag, 16. September 2019

Transferwise Das Startup, dem Richard Branson sein Geld anvertraut

Kreative Zerstörer unter sich: Richard Branson mit den Transferwise-Gründern Taavet Hinrikus (l) und Kristo Käärmann
TransferWise
Kreative Zerstörer unter sich: Richard Branson mit den Transferwise-Gründern Taavet Hinrikus (l) und Kristo Käärmann

3. Teil: "40 Prozent der Finanzdienstleistungen werden von Nicht-Banken kommen"

mm: Sie wildern mit ihrem Geschäftsmodell in den traditionellen Geschäftsfeldern der Banken. Konkurrenten und beispielsweise auch einige Crowdfunder tun es ihnen gleich. Wie glauben Sie, wird Fintech das traditionelle Geschäftsmodell der Banken verändern?

Hinrikus: Durch die Digitalisierung ist in vielen Branchen vieles in Bewegung gekommen. Dank Diensten wie Spotify hören wir anders Musik, wir kommunizieren anders, reisen mit Billigfliegern. Vieles ist transparenter und billiger geworden. An der Finanzindustrie sind diese Umwälzungen bislang noch weitgehend vorbeigezogen - aber das wird sich bald ändern

mm: Inwiefern? Sorgen die neuen Geschäftsmodelle dafür, dass wir künftig weniger für Finanzdienstleistungen zahlen müssen?

Hinrikus: Ja, ich denken schon. Und ich rede nicht nur von Überweisungen, sondern auch von den Kosten für Kontoführung oder Geldanlage. Die Dienste werden billiger, schneller und transparenter werden.

mm: Das hätte auf der Einnahmenseite erhebliche Auswirkungen für die Banken

Hinrikus: Ja. Die Banken werden sich mit Sicherheit finanziell schwer tun.

mm: Werden sie denn die dominierenden Spieler bleiben?

Hinrikus: Über Skype laufen mittlerweile 40 Prozent aller internationalen Ferngespräche . Im Bankensektor dürfte die Entwicklung ähnlich sein. Ich gehe davon aus, dass in zehn Jahren 40 Prozent der Finanzdienstleistungen von Nicht-Banken erbracht werden.

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