Sonntag, 16. Juni 2019

Preise für Tagestickets und für Dauerkarten Wo Fußballfans am meisten zahlen müssen - und wo am wenigsten

Tages- und Dauerkarten: Ticketpreise in der Bundesliga
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3. Teil: HSV: Erstligapreise in Liga zwei

Allgemeine Aussagen zu Preiserhöhungen von direkten Wiederaufsteigern lassen sich also nicht treffen. Vielmehr treffen Clubs individuelle Entscheidungen.

Vor diesem Hintergrund lohnt sich auch der Blick auf die aktuellen Ticketpreise in der 2. Bundesliga. Schließlich zählt seit Sommer mit dem Hamburger SV ein Club zur Liga, der bereits zu Erstligazeiten für seine hohen Ticketpreise bekannt war. Und offenbar bereitet sich der HSV auch im Ticketing auf den direkten Wiederaufstieg vor und hat seine Kartenpreise seit dem Abstieg nur leicht gesenkt. 16 Euro und somit einen Euro weniger als in der vorangegangenen Bundesliga- Saison verlangen die Hanseaten für das günstigste Tagesticket. Das sind aber doch fast drei Euro mehr als der Durchschnitt in der zweiten Liga (13,22 Euro).

Noch deutlicher ist der Unterschied bei den teuersten Tagestickets: 85 Euro müssen HSV-Fans für ein solches bezahlen. Das entspricht mehr als dem doppelten Liga- Schnitt (39,69 Euro). Damit führt der Club das Ticketpreis-Ranking der 18 Zweitligisten an.

Eine andere Preispolitik als der Hamburger SV verfolgt offenbar Liga-Konkurrent und Mitabsteiger 1. FC Köln. Die Rheinländer senkten ihre Preise vor der Saison deutlich, das günstigste Tagesticket wurde sogar um drei Euro auf 13 Euro reduziert. Damit liegt das günstigste Tagesticket im Rheinenergiestadion noch unter dem Durchschnittspreis der 2. Bundesliga.

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Heft März 2019

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Wie in der Bundesliga hat zur aktuellen Spielzeit auch in der 2. Liga das Gros der Clubs seine Ticketpreise verändert. In der Regel verlangen die Vereine für die Eintrittskarten etwas mehr als in der Saison 2017/18 - im Durchschnitt sind es 3,2 Prozent. So gibt es in der Kategorie Tageskarten die günstigsten Tickets seit der Sommerpause bei Union Berlin und dem SV Sandhausen. Bei beiden Clubs kosten diese je elf Euro. Die teuersten Tagestickets gibt es wie beschrieben beim HSV. Die günstigsten Dauerkarten der 2. Liga können Fans des 1. FC Heidenheim und der SpVgg Greuther Fürth für je 130 Euro kaufen. Die teuerste Dauerkarte bietet Union Berlin für 680 Euro an.

Bis zu 24 Prozent höhere Preise

In den vergangenen sechs Jahren wurden in der 2. Liga die Ticketpreise sukzessive erhöht. So sind in allen vier betrachteten Kategorien die Durchschnittspreise seit der ersten SPONSORS-Ticketinganalyse von 2013/14 gestiegen.

Das günstigste Tagesticket wurde um 14 Prozent erhöht, das teuerste um 15 Prozent. Die günstigste Dauerkarte kostet nun 24 Prozent mehr als noch vor sechs Jahren, das teuerste Saisonticket zwölf Prozent mehr.

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Ein Grund für die Preiserhöhungen ist, dass einige Zweitligisten wie zum Beispiel der FC Erzgebirge Aue, die SpVgg Greuther Fürth und der SV Darmstadt 98 in den vergangenen Jahren ihre Stadien in unterschiedlichem Umfang umgebaut haben. Dadurch entstanden Bereiche in den Spielstätten, die entsprechend neu angeboten und im Einzelfall auch höher bepreist werden konnten.

Einmaleffekt vs. neuer Trend

Setzt sich die allgemeine Entwicklung fort, dürften die Ticketpreise für Spiele zumindest in der 2. Bundesliga auch in der kommenden Saison 2019/20 steigen. Spannend wird jedoch sein, ob es sich bei den gesunkenen Durchschnittspreisen in der Bundesliga in der laufenden Saison um einen Einmaleffekt handelt oder ob dieser weiter anhält. Deshalb wird es interessant sein zu beobachten, ob es künftig noch mehr Clubs wie Mainz 05, Fortuna Düsseldorf oder Erzgebirge Aue gibt, die Preissenkungen - gerade auf weniger attraktiven Plätzen - vornehmen, um über diesen Weg die Zahl ihrer Stadionbesucher zu erhöhen. Denn nicht zuletzt wird das Ticketing einer der wesentlichen direkten Kontaktpunkte zwischen einem Club und Fans beziehungsweise seinen Kunden bleiben.

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