Montag, 17. Februar 2020

Elon Musk tanzt in Shanghai und schürt Model-Y-Fantasie Bei Tesla bewegt sich nur die Aktie überzeugend

Tesla-Chef Elon versuchte sich in Shanghai (hier Bild Archiv) zur offiziellen Eröffnung der neuen Gigafactory mit einer kleinen Tanzeinlage

Nein, ein guter Tänzer ist Tesla-Chef Elon Musk wahrlich nicht - da mochten die Mitarbeiter zum offiziellen Auslieferungsstart des Model 3 in der neuen Fabrik nahe Shanghai am Dienstag Musks ungelenke Bewegungen noch so beklatschen.

Viel Applaus gabs auch an der Börse: Auf rund 465 Dollar kletterten die Tesla-Titel Börsen-Chart zeigen an der Wall Street am Dienstag - und damit so hoch wie noch nie. Mit rund 82 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung ist Tesla aktuell wertvoller als es der Autobauer Ford Börsen-Chart zeigen oder General Motors Börsen-Chart zeigen in ihrer Geschichte jemals waren. Der neuerliche Kursanstieg dürfte aber vor allem Musks blumiger Ankündigung zum geplanten Model Y geschuldet sein.

Der kompakte SUV soll ab 2020 Teslas Modellpalette ergänzen und werde, rief Musk mit teils überschlagender Stimme, "mehr Nachfrage haben als wahrscheinlich alle andere Autos von Tesla zusammen". Konkrete Informationen? Fehlanzeige.

Musk kündigte lediglich blumig an, dass "fortschrittlichere Produktionstechnologien" zum Einsatz kommen würden und erklärte weiter, dass Tesla in China ein Entwicklungscenter plane. In diesem Labor solle ein neues Elektroauto für den Weltmarkt konzipiert werden. Womöglich ein Mini-Elektroauto nicht nur für die verstopften chinesischen Metropolen, wie im Internet spekuliert wird? Auch hier hielt sich der Tesla-Chef bedeckt.

Zum offiziellen Produktions- und Auslieferungsbeginn stellte Musk die Gigafactory in Shanghai als großen Erfolg dar. Vom Baubeginn bis zur Auslieferung des ersten Model 3 in der rund 2 Milliarden Dollar teuren Fabrik vergingen gerade mal 357 Tage.

Die erste Tesla-Fabrik außerhalb der USA will mit einer jährlichen Produktionskapazität von 150.000 Fahrzeugen starten und dann den Output auf 250.000 Autos pro Jahr steigern - eingedenk des Model Y. Auf lange Sicht sollen in der Fabrik bis zu 500.000 Elektroautos jährlich vom Band rollen. Die Analysten-Schätzungen für die Produktion im ersten Jahr liegen indes weit auseinander.

Tesla hatte das Model Y im März 2019 erstmals vorgestellt und im vergangenen Oktober erklärt, dass das Modell voraussichtlich im Sommer 2020 auf den Markt kommen werde. Vom Model Y erwarte Musk höhere Margen als beim Model 3, während die Produktionskosten in etwa gleich hoch seien.

Der Startpreis für das Model Y wird in China auf 444.000 Yuan (umgerechnet rund 64.000 Dollar geschätzt) geschätzt. Offiziell hat Tesla aber noch keinen Preis genannt. Der Preis für das in China gefertigte Model 3 liegt ohne staatliche Subventionen bei rund 356.000 Yuan.

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