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Deutschland auf Platz 3: Wo die meisten Millionäre leben

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Weltweit mehr Superreiche Großbritanniens Millionäre hinken hinterher

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Öl-Chefs, Versicherer und ein Werbe-König: Das sind die Topverdiener in Großbritannien

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Das Brexit-Votum in Großbritannien dürften auch die Millionäre auf der Insel aufmerksam verfolgen. Einer aktuellen Studie von Capgemini zufolge stieg deren Zahl im vergangenen Jahr wie in den meisten anderen Ländern weltweit erneut an. Insgesamt 552.800 Dollar-Millionäre gibt es der Studie zufolge derzeit in Großbritannien. Das sind allerdings lediglich 0,6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, ein Zuwachs, der niedriger ausfällt als in vielen anderen Ländern, so die Studie.

Auch das Vermögen der britischen Dollar-Millionäre stieg laut Capgemini zuletzt langsamer an, als der weltweite Durchschnitt. Der Studie zufolge verbuchten die Superreichen auf der Insel 2015 ein Plus von 1,1 Prozent auf insgesamt zwei Billionen Dollar. Weltweit betrug der Vermögensanstieg der Millionäre dagegen im Schnitt 4 Prozent.

Gemessen an der Zahl der Millionäre liegt Großbritannien im weltweiten Ranking laut Capgemini immerhin auf dem fünften Rang, hinter den USA (4,5 Millionen Millionäre), Japan (2,7 Millionen Millionäre), Deutschland (1,2 Millionen Millionäre) und China (gut eine Million Millionäre).

Asien-Pazifik zieht an Nordamerika vorbei

Ein weiteres Ergebnis der Capgemini Studie: Weltweit haben Dollar-Millionäre so viel Geld auf dem Konto wie nie zuvor. Insgesamt hat sich das anlagefähige Vermögen der Reichen und Superreichen seit 1996 vervierfacht auf 58,7 Billionen Dollar im vergangenen Jahr. "Setzt sich die Entwicklung so fort, werden es 100 Billionen Dollar bis 2025 sein", sagt Capgemini-Experte Klaus-Georg Meyer.

Regional betrachtet hat inzwischen bei der Zahl der Dollar-Millionäre der Raum Asien-Pazifik die Nase vorn: 5,1 Millionen Reiche mit einem Gesamtvermögen von 17,4 Billionen Dollar leben dort. Vor allem in Japan (plus 11 Prozent auf 2,7 Millionen) und China (plus 16 Prozent auf 1,0 Millionen) stieg die Zahl der Reichen deutlich. Nordamerika rutschte im weltweiten Vergleich erstmals auf Rang zwei ab. Dort besaßen 4,8 Millionen High Net Worth Individuals (HNWI) - wie sie in der Fachsprache genannt werden - 16,6 Billionen Dollar.

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Geld-Rangliste: Das sind die Länder mit den meisten Milliardären

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Im langjährigen Vergleich fiel der weltweite Vermögenszuwachs mit vier Prozent Meyer zufolge allerdings unterdurchschnittlich aus. Ein Grund war die Wirtschaftskrise in Brasilien. In Lateinamerika gab es daher weniger Millionäre, das Vermögen schrumpfte. Nicht berücksichtigt werden für die Analyse, die Capgemini seit 20 Jahren durchführt, selbst genutzte Immobilien, Sammlungen wertvoller Objekte und Verbrauchsgegenstände.

Zahl der Millionäre in Deutschland steigt um 5,1 Prozent

In Deutschland trug vor allem der boomende Immobilienmarkt zum Anstieg der Anzahl der Millionäre bei. 1.198.700 Vermögende zählt Capgemini zwischen Hamburg und München und damit 5,1 Prozent mehr als 2014. "Mit einer der größten Treiber war der deutliche Anstieg der Immobilienpreise", sagt Experte Meyer. Etwa 22,2 Prozent des Geldes der Reichen, die ein Vermögen von mehr als einer Millionen Dollar besitzen, stecken danach in Deutschland in Immobilien. Weltweit sind es im Schnitt 17,9 Prozent.

Getrieben wird der Boom am Immobilienmarkt vor allem in beliebten Ballungsräumen nicht nur vom Zuzug, sondern auch vom Anlagenotstand. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Kampf gegen Miniinflation und Konjunkturschwäche im Euroraum die Zinsen praktisch abgeschafft. Sparbuch, Tagesgeld, aber auch als sicher geltende Papiere wie Bundesanleihen werfen so gut wie nichts mehr ab. "Viele typische Anleihe-Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen, Stiftungen oder auch Family Offices suchen für fällige Anleihen nach Anlagealternativen", erläutert die DZ Bank.

Auch dank des soliden Wirtschaftswachstums stieg die Zahl der Vermögenden in Deutschland im vergangenen Jahr. Aktien fielen als Wachstumstreiber hingegen aus, wie aus dem "World Wealth Report 2016" hervorgeht. CapGemini legt dabei den weltweiten Aktienindex MSCI zugrunde.

Die Deutsche Bundesbank kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass die traditionell eher börsenscheuen Deutschen im vergangenen Jahr durchaus von der Entwicklung am Aktienmarkt profitierten. Auf 5318 Milliarden Euro summierte sich das Vermögen privater Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen Ende 2015.

Das kräftige Plus von 105 Milliarden Euro oder 2 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2015 erklärt die Notenbank vor allem mit der guten Lage an den Aktienmärkten zum Jahresende: Bei Aktien und Anteilen an Investmentfonds habe es "beachtliche Bewertungsgewinne" von rund 62 Milliarden Euro gegeben.

Weltweites Ranking: In diesen Ländern leben die meisten Millionäre

cr/dpa
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