Sonntag, 18. August 2019

Niedrige Börsenpreise Huch, Strom wird ja (fast) gar nicht teurer

Windpark in Nordvorpommern: Große Mengen an Ökostrom drücken den Preis für Elektrizität an der Börse

Der Strompreis-Schock fällt aus: Zum Jahreswechsel müssen nur wenige Deutsche mehr für Elektrizität bezahlen, weil große Mengen von Solar- und Windstrom die Börsenpreise senken. Das wiegt die steigende EEG-Umlage auf. Auch beim Gaspreis gibt es Entwarnung.

Essen - Monatelang haben Versorger, Experten und Wirtschaftsverbände vor erneut stark steigenden Strompreisen zum Jahreswechsel gewarnt. In Medien war deshalb schon vom "Luxusgut Strom" die Rede. Doch nun fällt der allseits beschworene Strompreis-Schock aus.

Zwar bleibt das Preisniveau hoch, doch können Deutschlands Stromkunden beim Öffnen ihrer Rechnungen 2014 etwas durchatmen. Dramatische Preissprünge wie Anfang 2013 nach der deutlichen Erhöhung der EEG-Umlage sind im neuen Jahr nicht zu erwarten.

Die durch Wind- und Sonnenstrom abgestürzten Börsenstrompreise kommen endlich bei den Verbrauchern an, wie manager magazin online seit Anfang des Jahres bereits mehrfach beschrieben hat (zum Beispiel hier, hier und hier).

Und die öffentliche Hand wird sich mit weiteren Steuer- und Abgabenerhöhungen zurückhalten, um die Verbraucher nicht weiter zu belasten, erwarten Fachleute. Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung formuliert schließlich das Ziel, den Kostenanstieg für die Energiewende zu bremsen.

Auch bei Erdgas gibt es Entwarnung. Es ist wegen des US-Schiefergasbooms im Überfluss am Markt. Hier verzeichnen die einschlägigen Internet-Vergleichsportale weitgehenden Stillstand an der Preisfront. "Die meisten Anbieter machen beim Gas erst mal gar nichts", sagt ein Sprecher des Preisvergleichsportals Toptarif.

Beim Strom hat Toptarif zum Jahresbeginn 2014 bei 366 der rund 850 Grundversorger Preiserhöhungen registriert. Zum 1. Februar folgten nur noch ein Handvoll, sagte ein Sprecher. Im Schnitt werde es um 3,4 Prozent teurer - das entspricht 40 Euro Mehrbelastung im Jahr für eine vierköpfige Familie mit 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch.

Das Portal Verivox hat 371 Strompreiserhöhungen vom Jahreswechsel bis zum Februar und einen durchschnittlichen Preisanstieg um 3,4 Prozent erfasst. Es sind aber lediglich Gebiete mit 10,2 Millionen Haushalten von den zudem vergleichsweise moderaten Erhöhungen erfasst.

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