Freitag, 19. Juli 2019

Ausblick 2014 Steuern und Abgaben - was sich ändert

Steuern und Abgaben: Die wichtigsten Änderungen 2014
DPA

Die Union hat versprochen, dass Steuern und Rentenbeiträge nicht steigen werden. Beobachter haben wegen teurer Koalitionskompromisse ihre Zweifel. Klar ist: Vieles bei Steuern und Abgaben wird sich 2014 ändern - auch zum Nachteil. Hier die wichtigsten Neuerungen.

Hamburg - Die Kabinettsposten sind verteilt, die Große Koalition kann ihre Arbeit aufnehmen. Mit ihr würden sich für die Menschen in Deutschland viele Dinge zum Besseren wenden, zeigte sich SPD-Parteichef Sigmar Gabriel überzeugt. Jetzt als Superminister in Regierungsverantwortung muss er das wohl sagen. Von den einstigen Wahlversprechen der Parteien, die Bürger bei Steuern und Abgaben entlasten zu wollen, ist aber nicht viel übrig geblieben.

Zwar beteuert Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass zum Beispiel die Rentenbeiträge die kommenden vier Jahre nicht steigen werden. Ob aber Koaltionsversprechen wie die "Lebensleistungsrente" oder die "Mütterrente" ohne Beitrags- oder Steuererhöhungen zu stemmen sind - Wissenschaftler haben da Zweifel angemeldet.

Sicher ist: Die wegen hoher Reserven in den Rentenkassen eigentlich im Jahr 2014 anstehende Senkung des Rentenbeitrags von 18,9 auf 18,3 Prozent wird ausfallen, um damit zumindest teilweise die neuen Wohltaten zu finanzieren. Arbeitnehmer und Unternehmen aber kostet das viel Geld. Zugleich werden die Bürger im kommenden Jahr einen um 0,3 Prozentpunkte höheren Beitrag zur Pflegeversicherung zahlen müssen.

Steuerzahlerbund: "Das sind heimliche Steuererhöhungen"

Wenn die Union beschwichtigt, Steuererhöhungen werde es nicht geben, ist das auch nur die halbe Wahrheit, meint Reiner Holznagel. "Das stimmt so nicht", sagt der Präsident des Bundes der Steuerzahler (BdSt). Schließlich bleibt - als Kompromiss aus den Koalitionsverhandlungen - wider den Unions-Wahlversprechen die "kalte Progression" unangetastet.

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"Das sind heimliche Steuererhöhungen, unter denen vor allem Bürger mit kleinen und mittleren Einkommen leiden werden", warnt BdSt-Präsident Holznagel. Das Bundesfinanzministerium rechnet allein durch die fortgesetzte Wirkung der "kalten Progression" mit 17,5 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen in den kommenden vier Jahren.

Grundfreibetrag angehoben

Richtig zu Buche schlagen wird der Effekt aber erst ab 2015, weil mit Beginn des kommenden Jahres zunächst einmal der angehobene steuerliche Grundfreibetrag für etwas Entlastung sorgt. Ob der Freibetrag auch in den Folgejahren steigen wird, ist aber ebenso ungewiss wie die Antwort auf die Frage, was zum Beispiel die Rentenversprechen die Bürger letztlich kosten werden.

Bereits heute allerdings stehen für 2014 durch Gesetze oder Rechtssprechung zahlreiche Neuerungen fest. Und die fallen keineswegs nur zum Vorteil der Steuerzahler aus.

Ob Altersvorsorge, laufende Renten, Krankenversicherung, Kfz-Steuer, Grunderwerbsteuer, Reisekosten oder doppelte Haushaltsführung - der Abgaben und Steuern zahlende Bürger sollte sich damit beschäftigen, um gut durch das nächste Jahr zu kommen.

Steuern und Abgaben 2014: Lesen Sie hier die wichtigsten Änderungen.

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