Samstag, 21. September 2019

Gemeinschaftswährung unter Druck Aus diesen drei Gründen fällt der Euro

Schattenmänner: Die Kräfte, die den Euro-Kurs bewegen, liegen zum Teil im Dunkeln

3. Teil: Investoren schichten um und wetten auf den Dollar

2. Investorenverhalten

Investoren folgen einerseits den Aussichten auf höhere Zinsen in den USA und dank viel billigem EZB-Geld andererseits dem Ausblick auf weiter steigende Aktienkurse in der Eurozone. Die Statistik zeigt jedoch: Es fließt deutlich mehr Geld aus Euro-Anleihen in US-Anleihen, als umgekehrt von Übersee in den hiesigen Aktienmarkt strömt. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres etwa betrug die Differenz beider Kapitalströme 124,4 Milliarden Euro, berichtet das "WSJ" mit Verweis auf Daten der EZB.

Dabei richtet sich die Flucht der Anleger aus dem Euro keineswegs ausschließlich in Richtung USA. In der Schweiz sowie beispielsweise in Dänemark mussten Banken ihren Zins bereits in negatives Terrain senken, um den Geldzustrom aus dem Ausland einzudämmen.

Nicht nur Zentralbanken sondern auch institutionelle Anleger aus der Privatwirtschaft setzen auf den Dollar offenbar keineswegs ausschließlich aus taktischen Gründen. Viele nehmen eine grundlegende Umschichtung vor.

CNBC berichtet zudem, dass auch Hedgefonds stark auf einen weiter steigenden Dollar-Kurs setzen. Häuser wie Bridgewater Associates, Brevan Howard oder Tudor Investment hätten viel Geld auf die amerikanische Währung gesetzt, so der Sender.

Kein Wunder also, dass mancher Experte einen weiteren Anstieg des Dollar beziehungsweise eine weitere Schwächung des Euro erwartet. Die Rede von der möglichen Parität beider Währungen macht bereits die Runde. Die Deutsche Bank geht sogar noch weiter: Sie glaubt, einen Euro könne man Ende 2017 womöglich für 0,85 Dollar erwerben.

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