Montag, 16. September 2019

Gemeinschaftswährung unter Druck Aus diesen drei Gründen fällt der Euro

Schattenmänner: Die Kräfte, die den Euro-Kurs bewegen, liegen zum Teil im Dunkeln

2. Teil: Zentralbanken pushen den Dollar

1. Zentralbanken

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr großangelegtes Anleihekaufprogramm gestartet und bereits Papiere im Volumen von mehr als 30 Milliarden Euro aus dem Markt genommen. Das sorgt für viel Liquidität und sehr niedrige Zinsen in der Euro-Zone, was beides tendenziell auf den Wert des Euro drückt.

Hinzu kommt: Die Quantitative-Easing-Aktivitäten der EZB fallen in eine Zeit, in der Staaten ohnehin bemüht sind, ihre Schulden abzubauen. Der Seitens der EZB erhöhten Nachfrage nach Staatsanleihen steht also ein tendenziell niedrigeres Angebot an solchen Papieren gegenüber. Viele Investoren, die ebenfalls in Staatsanleihen investieren wollen, sehen sich dadurch auf Märkte außerhalb der Euro-Zone gedrängt, schreibt das "WSJ".

Auf der anderen Seite des Atlantiks spielt die US-Notenbank Fed mit dem Gedanken, erstmals seit sechs Jahren wieder die Zinsen zu erhöhen. Das wiederum zieht Kapital an und stärkt den Dollar.

Abseits von kurzfristigen Wechselkursspekulationen orientieren sich Notenbanken laut "WSJ" weltweit grundlegend um. Große Zentralbanken in Fernost sowie im arabischen Raum, so die Zeitung, legen ihre Reserven inzwischen stärker im Dollar an und weniger im Euro. Die Euro-Reserven der Notenbanken weltweit fielen im dritten Quartal 2014 mit 1,4 Billionen Dollar laut "WSJ" auf den niedrigsten Stand seit Ende 2011.

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