Montag, 26. August 2019

Empfehlung für Norwegens Staatsfonds Megafonds soll Aktienquote auf 70 Prozent steigern

 Reich durch Öl: Norwegen lässt einen Teil der - allerdings schwindenden - Verkaufserlöse aus der Ölförderung in seinen Staatsfonds fließen. Wenn das Öl mal nicht mehr fließt, so die Rechnung, dann hat das Königreich immer noch seinen Fonds, der regelmäßig Rendite abwirft und den Staatshaushalt speist
DPA/ Norwegian Statoil
Reich durch Öl: Norwegen lässt einen Teil der - allerdings schwindenden - Verkaufserlöse aus der Ölförderung in seinen Staatsfonds fließen. Wenn das Öl mal nicht mehr fließt, so die Rechnung, dann hat das Königreich immer noch seinen Fonds, der regelmäßig Rendite abwirft und den Staatshaushalt speist

Eigentlich kann Yngve Slyngstad zufrieden sein. Norwegens Staatsfonds hat im dritten Quartal einen Gewinn von rund 26,6 Milliarden Euro eingefahren. Die Rendite der Anlagen steigerte der Fondschef auf 4 Prozent. Im ersten Quartal schlug hier noch ein Verlust von 9,2 Milliarden Euro zu Buche, die Rendite notierte bei minus 0,6 Prozent.

Doch die Zufriedenheit teilen offenbar nicht alle wichtigen Entscheidungsträger im Königreich. Gewinn und Rendite des Fonds, der mit rund 800 Milliarden Euro Volumen der weltgrößte ist, sollen offenbar steigen oder zumindest gehalten werden. Zu diesem Zweck solle der Fonds künftig seinen Aktienanteil auf rund 70 Prozent erhöhen, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf die Empfehlung eines von der norwegischen Regierung in Auftrag gegebenen Berichts.

Für die Aktienmärkte wäre so eine Entscheidung nicht unerheblich. Schließlich zählt der Staatsfonds zu den größten Aktionären der Welt: Ihm gehören etwa 1,3 Prozent der börsennotierten Unternehmen weltweit, in Europa sind es rund 2,4 Prozent. An Dax-Firmen ist der Fonds im Schnitt sogar mit rund 4 Prozent beteiligt.

Bislang ist der vor allem aus den Ölverkaufserlösen gespeiste Fonds mit 60,6 Prozent seiner Gelder in Aktien investiert, 36,3 Prozent in Anleihen und 3,1 Prozent in Immobilien. Dass ein höherer Aktienanteil, der 2007 noch bei 40 Prozent lag, eine höhere Volatilität und ein größeres Risiko für die langfristige Performance bedeuten können, dessen ist man sich in Norwegen durchaus bewusst. Das Risiko sei angesichts niedrigster Renditen bei Staatsanleihen aber "akzeptabel", zitiert die Zeitung aus dem Bericht.

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