Schweizer Notenbank Wer 10 Millionen Franken hat, zahlt Strafzins

Reiche Russen und alle anderen Millionäre weltweit haben seit heute ein Problem mehr: Um eine Aufwertung des Franken zu verhindern, führt die Schweizer Notenbank Strafzinsen ein. Wer horrende Summen auf dem Girokonto bunkert, zahlt.
Soll nicht zu wertvoll werden: Bündel von Schweizer Franken

Soll nicht zu wertvoll werden: Bündel von Schweizer Franken

Foto: Martin Ruetschi/ picture alliance / dpa

Zürich - Die Notenbank der Schweiz wehrt sich mit negativen Einlagenzinsen gegen eine Aufwertung des Schweizer Franken. Die Geldhüter wollen bei der Zentralbank auf Girokonten geführte Guthaben mit einem negativen Zins von 0,25 Prozent belasten, hieß es in einer Mitteilung der Schweizer Nationalbank vom Donnerstag.

Damit will die Notenbank es für Anleger weniger attraktiv machen, Franken zu halten und damit ihren Mindestkurs von 1,20 Franken zum Euro unterstützen, den die Geldhüter in ihrer Mitteilung bekräftigten. "In den letzten Tagen haben verschiedene Faktoren zu einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt," hieß es in der Mitteilung.

Strafzins gilt ab zehn Millionen Franken

Ein Absturz des russischen Rubels sowie eine erneute Zuspitzung der politischen Risiken in Griechenland hat die Anleger in den vergangenen Tagen vermehrt zu sicheren Anlagen wie deutschen Staatsanleihen und als sicher geltenden Währungen greifen lassen. Der Franken gab nach der Mitteilung spürbar nach auf etwa 1,2075 Franken zum Euro. Seit Ende der letzten Woche hatte er sich nur minimal oberhalb des Mindestkurses der Notenbank bei 1,20 Franken zum Euro bewegt.

Die Notenbank setzte sich das Ziel, den dreimonatigen Geldmarktsatz Libor in den negativen Bereich zu drücken. Der negative Zinssatz wird ab einem Freibetrag von mindestens zehn Millionen Franken angewandt.

luk/dpa-afx