Ungleiche Einkommens-Verteilung in Deutschland Schere zwischen Arm und Reich kostet 50 Milliarden

Die Ungleichheit bei den Einkommen in Deutschland drückt die Wirtschaftsleistung drastisch. Dies ist das Ergebnis einer DIW-Studie.
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Weil die Einkommensschere in Deutschland seit 1991 immer weiter aufgegangen sei, habe das Bruttoinlandsprodukt 2015 um knapp 50 Milliarden Euro niedriger gelegen als bei gleichbleibender Verteilung. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor.

Dieser Effekt sei vor allem dadurch zu erklären, dass Bezieher unterer und mittlerer Einkommen weniger in ihre Aus- und Weiterbildung investieren konnten. Auf lange Sicht würden dadurch Produktivität und Bruttoinlandsprodukt deutlich geringer wachsen.

Die zunehmende Einkommensungleichheit dämpfe zudem den privaten Konsum, da Gutverdiener einen größeren Teil ihres Einkommens sparen würden. Das werde nur teilweise dadurch kompensiert, dass auch mehr Geld für Investitionen zur Verfügung stehe. Diese Entwicklung trage mit zu den enormen deutschen Exportüberschüssen bei, die eine potenzielle Gefahr für die Finanzmarktstabilität darstellten.

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Die DIW-Studie wurde für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung erstellt. "Die soziale Herkunft eines Menschen bestimmt immer mehr seine Zukunft", sagte deren Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik, Andrä Gärber. "Alle sind deshalb in der Pflicht, die Ungleichheit abzubauen: die Tarifpartner mit der Stärkung der Tarifbindung und die Politik mit einem besseren Steuervollzug und einer angemessenen Besteuerung von leistungslosem Einkommen aus Vermögen und Erbschaften."

la/dpa/reuters
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