109 Milliarden Euro Erbschaften auf Rekordniveau, Staat verdient 25 Prozent mehr

Rund 109 Milliarden Euro haben Deutsche im vergangenen Jahr geerbt oder geschenkt bekommen - ein Rekordwert. Vererbt wurden vor allem Bankguthaben und Wertpapiere, geschenkt gab es Betriebsvermögen. Und der Staat verdiente ordentlich mit.
Leben vom Geld anderer: Im Jahr 2016 wurden 43,6 Milliarden Euro vererbt und 65,2 Milliarden Euro verschenkt

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In Deutschland haben Erbschaften und Schenkungen wieder einen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, wurden von den Finanzämtern 2016 Vermögensübertragungen in Höhe von 108,8 Milliarden Euro veranlagt. Nach einem Rückgang von 6,2 Prozent im Jahr 2015 sei damit wieder der Spitzenwert von 2014 erreicht worden.

Steuerpflichtig wurden Vermögen von 37,7 Milliarden Euro, 7,7 Prozent mehr als 2015. Die Erbschaft- und Schenkungsteuer daraus betrug 2016 rund 6,8 Milliarden Euro, ein Plus von 24,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sie stieg das vierte Jahr in Folge. Die Erbschaftsteuer lag bei 5,7 Milliarden Euro, die Schenkungssteuer bei 1,1 Milliarden Euro. Das Geld fließt in die Kassen der Länder.

Erbschaften und Schenkungen entwickelten sich unterschiedlich. Durch Erbschaften und Vermächtnisse wurde 2016 ein Vermögen im Wert von 43,6 Milliarden Euro übertragen, 15,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vererbt wurden überwiegend Bankguthaben, Wertpapiere, Anteile und Genussscheine.

Das geschenkte Vermögen stieg im Vergleich zu 2015 um 1,4 Prozent auf 65,2 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich vor allem um Betriebsvermögen.

mg/dpa-afx
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