Donnerstag, 19. September 2019

Mega-Börsengang des weltgrößten Ölkonzerns wohl im November JP Morgan soll Saudi Aramco an die Börse führen

Öl-Arbeiter von Saudi Aramco: Der Konzern startet offenbar einen zweiten Versuch, an die Börse zu gehen

Der weltgrößte Ölkonzern Saudi Aramco soll im November an die Börse gehen und die US-Bank JP Morgan wohl führende Beraterin bei dem geplanten Milliarden-Börsengang werden. Eine endgültige Entscheidung werde im Verlauf dieser Woche fallen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Zunächst solle der saudi-arabische Konzern Anfang November an die heimische Börse gehen und dann im Jahr 2020 dann an einen internationalen Handelsplatz.

Der Sender CNBC hatte zuvor berichtet, die US-Investmentbank Morgan Stanley rivalisiere mit JP Morgan um Aramco. Die Chancen von Morgan Stanley seien aber gesunken, weil Vertreter Saudi-Arabiens bemängelt hätten, dass Morgan Stanley als führende Bank beim Börsengang des Fahrdienstvermittlers Uber die Nachfrage falsch eingeschätzt habe.

Aramco war für eine Stellungnahme zu dem Reuters-Bericht zunächst nicht zu erreichen. JP Morgan wollte sich auf Nachfrage nicht äußern.

Bereits vor einigen Tagen hatte Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, der Aramco-Vorstand sei von New York als Standort für eine Börsennotierung abgerückt. Ein Listing dort wäre mit zu vielen rechtlichen Risiken verbunden, hatten mehrere Personen gesagt. Am Ende liege die Entscheidung aber bei Kronprinz Mohammed bin Salman. Bevor die Pläne für einen Börsengang 2018 vorübergehend auf Eis gelegt worden seien, sei New York der bevorzugte Ort des Kronprinzen gewesen. Nun seien Riad und London wahrscheinlich.

Mega-IPO soll Investoren locken und Wirtschaft breiter aufstellen helfen

Die Aktienemission könnte bis zu 100 Milliarden Dollar einspielen und damit die größte in der Geschichte werden. Sie ist das Herzstück der Pläne des Königreichs, ausländische Investoren anzulocken und die Wirtschaft des Landes breiter aufzustellen. Wie hoch der Anteil ist, der von Aramco an Investoren verkauft werden soll, ist noch nicht bekannt. Bei dem Vorhaben 2018 war von fünf Prozent die Rede gewesen, die 100 Milliarden Dollar einbringen sollten. Saudi Aramco wäre dabei insgesamt also mit zwei Billionen Dollar bewertet worden. Unter Interessenten hatte es aber Zweifel gegeben, ob der Konzern so viel wert ist.

Als das Unternehmen Anfang 2016 erstmals Überlegungen für einen Börsengang bestätigte, verfügte es über etwa 265 Milliarden Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Rohöl-Reserven. Täglich fördert das Unternehmen damals mehr als zehn Millionen Barrel, dreimal so viel wie der Ölkonzern ExxonMobil. Der Öl- und Gassektor macht den Großteil der Export-Einnahmen Saudi-Arabiens aus. Nicht zuletzt wegen seines Rohstoffreichtums ist das Königreich eine der wirtschaftlichen und politischen Großmächte im Nahen Osten.

rei/Reuters

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