Corona-Krise drückt Aramco-Aktie unter Ausgabepreis Was nun, Herr Kronprinz?

Saudi Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman : Die Krise um das Coronavirus sowie die jetzt geplatzte Vereinbarung mit Russland drücken verstärkt den Ölpreis und damit auch empfindlich auf die Aktien des Ölgiganten und Staatskonzerns Saudi Aramco.

Saudi Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman : Die Krise um das Coronavirus sowie die jetzt geplatzte Vereinbarung mit Russland drücken verstärkt den Ölpreis und damit auch empfindlich auf die Aktien des Ölgiganten und Staatskonzerns Saudi Aramco.

Foto: DPA

Die Ausbreitung des Coronavirus und die jetzt aufgekündigte Öl-Fördervereinbarung zwischen den Opec-Staaten und Russland drücken den Ölpreis weiter nach unten. Das bekommt der Ölgigant Saudi Aramco schmerzlich zu spüren. Die Aktien des saudischen Staatskonzerns sind am Sonntag in der Spitze um rund 10 Prozent auf unter 30 Riyal eingebrochen und damit unter den Ausgabepreis von 32 Riyal.

Fotostrecke

Saudi Aramco: Das sollten Sie über den Ölkonzern Nr. 1 wissen

Foto: Planet Labs Inc via Reuters

Für das saudische Königreich und seine Herrscherfamilie stellt dies nach Einschätzung des "Wall Street Journal"  (€) einen schweren Rückschlag dar. Bei dem weltgrößten IPO waren 1,5 Prozent der Anteile an die Börse gebracht worden. Der Börsengang gilt nicht nur als wichtige Finanzierungsquelle für die Wirtschaftsreformen von Kronprinz Mohammed bin Salman in dem Wüstenstaat, sondern auch als Test für sein Ansehen.

Der Markt bewertete Aramco kurzzeitig mit mehr als 2 Billionen Dollar, ein von dem Prinzen verfolgtes Bewertungsziel. Derzeit rangiert der Wert Aramcos bei weniger als 1,7 Billionen Dollar. Dem Bericht zufolge scheinen Stützungskäufe staatlich gelenkter Investoren nicht auszureichen, um den Aktienkurs stabil zu halten.


Lesen Sie auch: Wie Covid-19 die Rohstoffmärkte trifft 


Unter dem Druck der Coronavirus-Epidemie hat sich der Preis für Erdöl seit Jahresanfang um mehr als ein Viertel verbilligt. Das macht vor allem den Opec-Ländern zu schaffen. Russland dagegen hatte angegeben, mit dem derzeitigen Preisniveau leben zu können. Die Krise drückt den Verbrauch von Öl und damit auch empfindlich auf die Preise.

Börsen am Golf brechen ein, Kuwait setzt den Handel aus

Insidern zufolge erwägt Saudi-Arabien nun, quasi im Alleingang seine Produktion hochzufahren. Zugleich hatte die staatliche Aramco in der Nacht zu Sonntag erklärt, den offiziellen Verkaufspreis für alle Sorten und alle Abnehmer um mindestens acht Dollar je Barrel zu senken - eine Kampfansage mit erheblicher Wirkung:

Saudi-Arabiens Börse, die Tadawul, gab am Sonntagnachmittag in Riad um knapp 8 Prozent nach. Auch die Indizes anderer Markplätze - etwa in Abu Dhabi, Dubai und Kuwait - rutschten um mehrere Prozentpunkte ab. In Kuwait wurde nach einem Minus von 10 Prozent zwischenzeitlich der Handel ausgesetzt, wie CNBC berichtet .

rei
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.