Freitag, 20. September 2019

Börsengang und Billionenfonds geplant Saudi-Arabiens Prinz sucht den Abschied vom Öl

Mohammed bin Salman: Der Kronprinz ist Verteidigungsminister Saudi-Arabiens und hat wie viele andere Mitglieder vom Reichtum der Herrscherfamilien profitiert. Durch den Ölpreisverfall getrieben setzt er nun auf einen Umbau der Wirtschaft - ob das auch für die erzkonservative Gesellschaftsstruktur gilt, bleibt abzuwarten.

2. Teil: Womöglich ist es für einen Umbau der Wirtschaft schon zu spät

Es gehe darum, die Wirtschaft des Landes viel stärker zu diversifizieren. "Spätestens in 20 Jahren werden wir eine Volkswirtschaft oder ein Staat sein, der nicht mehr hauptsächlich vom Öl abhängt", zeigte sich der Kronprinz überzeugt.

Dem Fonds soll dabei eine wichtige Rolle zukommen. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der ausländischen Investitionen des Fonds von 5 auf 50 Prozent steigen. Die angepeilten zwei Billionen Dollar dürften allein aber kaum ausreichen, um die vielen Zukunftsprojekte Riads zu finanzieren. Nach einem ntv-Bericht gehen McKinsey-Experten davon aus, dass Saudi Arabien dafür mindestens vier Billionen Dollar benötige.

Manche Experten mutmaßen auch, dass es für einen nachhaltigen Umbau der Wirtschaft Saudi-Arabiens und anderer arabischer Öl-Staaten schon zu spät sein könnte. So kam eine Studie des Internationalen Währungsfonds 2014 zu dem Ergebnis, die arabischen Monarchien am Golf hätten für einen derart tiefgreifenden Strukturwandel den besten Zeitpunkt bereits verpasst und hätten diesen viel früher - sprich bei einem Barrel-Preisen von 100 Dollar - angehen müssen.

Klar ist, dass Saudi-Arabien als weltgrößter Öl-Produzent auch treibende Kraft in dem Markt ist und somit eine Mitschuld an der Entwicklung des Ölpreisverfalls trägt. So betonte Mohammed bin Salman gegenüber Bloomberg, dass Saudi-Arabien seine Fördermenge nur dann einfrieren werde, wenn auch der Iran und andere Ölförderländer dies tun würden. Die Preise der wichtigsten Ölsorten Brent und WTI gaben am Freitag nach dieser Aussage um mehr als 1,5 Prozent nach.

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